Kann denn Strafe schädlich sein? 26. Deutscher Jugendgerichtstag wird morgen eröffnet
Experten diskutieren Reaktion auf Jugendkriminalität

Leipzig – Was tun mit straffälligen jungen Menschen? Während die einen durch eine Verschärfung des Jugendstrafrechts Grenzen setzen wollen, verweisen andere auf die hohen Rückfallquoten freiheitsentziehender Strafen und sind überzeugt, dass sich Milde auszahlt.
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Morgen wird der 26. Deutsche Jugendgerichtstag im Gewandhaus zu Leipzig eröffnet. Mehr als 750 Berufspraktiker und Wissenschaftler werden bis zum Dienstag über die beste Reaktion auf Jugendkriminalität diskutieren und darüber, wie sie am besten vermieden wird.
„Wir fischen im trüben, weil wir zu wenig darüber wissen, was wirklich wirkt und hilft“, sagt Professor Bernd-Rüdeger Sonnen, Vorsitzender der DVJJ. „Die Folgen sind dramatisch: wenn wir aufgrund von bloßen Vermutungen agieren, verschlechtern wir die Sicherheit, weil die jungen Täter häufiger wieder rückfällig werden.“
Sonnen erwartet daher von dem Austausch von Wissenschaftler und Praktikern wichtige Impulse für die Praxis und wie in Richtung Gesetzgebung.
Die Tagung wird von Professor Sonnen zusammen mit Burkhard Jung, Beigeordneter der Stadt Leipzig, dem Rektor der HTWK, Professor Manfred Nietner, sowie dem Kanzler der Universität, Peter Gutjahr-Löser eröffnet.
Grußworte werden die Bundesjustizministerin, Brigitte Zypries, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Christel Riemann-Hanewinckel sowie der sächsische Staatsminister der Justiz, Thomas de Maizière, sprechen.
Den Eröffnungsvortrag hält der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Professor Winfried Hassemer.
Am Abend hat die Stadt Leipzig die Teilnehmer und Mitwirkenden der Tagung zu einem Empfang im Neuen Rathaus eingeladen. Der Oberbürgermeister Wolgang Tiefensee wird seine Gäste in Leipzig willkommen heißen.
Professor Leoluca Orlando, der durch seinen außergewöhnlichen Kampf gegen die Mafia bekannt wurde, wird am 28. September den Abschlussvortrag halten.
Am Sonntag und Samstag tagen in der HTWK die Arbeitskreise. Rund 30 Projekte aus der Jugendhilfe zeigen ihre Arbeit auf dem „Markt der Möglichkeiten“. Dieser wird am Sonntag, um 12:45 in der Mensa des Lipsius-Baus eröffnet. Hierzu ist auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.
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