Hannover – Rund 750 Praktiker und Wissenschaftler erwarten die Veranstalter zum 27. Deutschen Jugendgerichtstag, der am Samstag in Freiburg eröffnet wird. Er wird erstmals von der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ) zusammen mit der Schweizer Vereinigung für Jugendstrafrechtspflege (SVJ) und der Fachgruppe Jugendrichter im Österreichischen Richterverein ausgerichtet. Das Motto des Kongresses lautet FÖRDERN FORDERN FALLENLASSEN.
In den Leitthesen der Tagung fordern die Veranstalter ein rationales Jugendstrafrecht, das sich an den tatsächlichen Wirkungen strafrechtlicher Sanktionen für die soziale Integration orientiert. Dieses werde nicht nur den Tätern, sondern gerade auch den Opfern und der Gesellschaft insgesamt zugute kommen. Sie fordern daher, dass das Jugendstrafrecht unter dem Paradigma des „Förderns“ im Sinne einer erzieherischen Reaktion stehen müsse.
Es sei natürlich und legitim, junge Straftäter auch zu fordern. Sie sollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitwirken, den entstanden Schaden soweit möglich auszugleichen und Verantwortung für ihr Tat übernehmen.
Weiter heißt es in den Leitthesen: „Kein junger Mensch, der einer Straftat überführt ist, darf in einem demokratischen und sozialen Rechtsstaat fallen gelassen werden!“ Auch sog. Intensivtätern seien nicht unveränderlich auf eine langwierige Fortsetzung des kriminellen Verhaltens festgelegt.
Die Leitthesen sollen die Diskussionen in den 16 Arbeitskreisen befördern. Sie korrespondieren mit dem wissenschaftlichen Eröffnungsvortrag von Professor Hans-Jürgen Kerner (Universität Tübingen).
Letzte Änderung dieser Seite: 11.09.2007
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