|

Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe - ZJJ 3/2006
Im Folgenden finden Sie das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 3/2006. Einzelne Artikel können Sie (gegen Erstattung der Kopier- und Portokosten) über die Geschäftsstelle erhalten.
S C H W E R P U N K T E: Jugendstrafvollzug und Jugendstrafrecht
FACHBEITRÄGE: Jugendstrafrecht, Jugendhilfe/Ambulante Maßnahmen, Kriminologie
|
Editorial (S. 233)
FACHBEITRÄGE
S C H W E R P U N K T Jugendstrafvollzug
Walter, J.: Bedingungen bestmöglicher Förderung im Jugendstrafvollzug (Teil 1) – Ein Diskussionsbeitrag in der Folge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 31.05.2006. (S. 236)
Als Antwort auf die immer wieder geführte Klage über die ungünstigen tatsächlichen Rahmenbedingungen, unter denen der Jugendstrafvollzug heute zu arbeiten hat, und vor dem Hintergrund der durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochenen Verpflichtung der Länder, bis Ende 2007 Jugendstrafvollzugsgesetze zur erlassen, stellt der vorliegende Beitrag eine – nicht abschließende – Positivliste der Bedingungen auf, die eine optimale Förderung Jugendlicher im Strafvollzug ermöglichen würden. Dabei geht es zwar auch um Ziele und den formellen Rahmen, mehr aber noch um dessen inhaltliche Ausgestaltung. Kurzum, es geht um das Setting und das Klima in der Jugendstrafanstalt; Verhältnisse also, die sich nicht nur und vielleicht nicht einmal in erster Linie aus Rechtsvorschriften ergeben, sondern die die Praxis gestaltet. In diesem Heft erscheint der 1. Teil des Beitrags. Er wird im kommenden Heft ZJJ 4/2006 fortgesetzt.
Brandt, M.: Gesetzliche Regelung für den Jugendstrafvollzug (S. 244)
Der Beitrag umreißt vor dem Hintergrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 31. Mai 2006 nicht nur die verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine gesetzliche Regelung des Jugendstrafvollzuges, sondern beleuchtet auch die Gesetzentwürfe des Bundesjustizministeriums sowie Bayerns und Baden-Württembergs, bevor er abschließend für länderübergreifende Vollzugsregelungen plädiert.
Goerdeler, J. & Pollähne, H.: Das Bundesverfassungsgericht als Wegweiser für die Landesgesetzgeber – Zum Urteil des BVerfG vom 31. Mai 2006. (S. 250).
Mit seinem Urteil vom 31. Mai 2006 hat das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber verpflichtet, bis Ende kommenden Jahres den Jugendstrafvollzug auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Dabei hat es zahlreiche grundlegende Aussagen über die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Ausgestaltung des Jugendstrafvollzuggesetzes gemacht. Der Beitrag analysiert das Urteil und behandelt die zentralen Vorgaben an die nun zuständigen Landesgesetzgeber.
JUGENDSTRAFRECHT
Meier, B.-D.: Der Täter-Opfer-Ausgleich vor dem Aus? Zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (KICK) im Bereich der ambulanten Maßnahmen nach dem JGG. (S. 261)
Zu den bislang nur unzureichend diskutierten Auswirkungen des am 01.10.2005 in Kraft getretenen Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gehört die fortbestehende Unsicherheit, in wessen Zuständigkeit die Finanzierung der ambulanten Maßnahmen des Jugendstrafrechts fällt. In dem Beitrag wird mit besonderem Blick auf den Täter-Opfer-Ausgleich die Rechtslage vor und nach In-Kraft-Treten des KICK erörtert.
JUGENDHILFE / AMBULANTE MASSNAHMEN
Körner, J.: Wirksamkeit ambulanter Arbeit mit delinquenten Jugendlichen – Erste Ergebnisse einer vergleichenden Studie. (S. 267)
192 delinquente Jugendliche und Heranwachsende aus Berlin wurden in drei unterschiedlichen Formen der Jugendhilfe betreut, in der Bewährungshilfe, in sozialen Trainingskursen oder in einem vom Autor und seiner Arbeitsgruppe selbst entwickelten sozialkognitiven Einzeltraining „Denkzeit“. Zur Kontrolle der Wirksamkeit dieser Verfahren wurden die Straf- und Erziehungsregisterauszüge herangezogen. Die so erfassten Delikte wurden gewichtet und auf „Delikte pro Jahr“ umgerechnet. In einem Vorher-Nachher-Vergleich von 128 Jugendlichen mit einem durchschnittlichen follow-up-Zeitraum von 2,7 Jahren zeigte sich, dass bei allen drei evaluierten Methoden die registrierte, gewichtete Delinquenzbelastung, vermindert um die weniger schweren Straftaten, signifikant zurückging. Ferner ließen sich Prädiktoren zur ex-post „Vorhersage“ des Erfolges bzw. Misserfolges der drei untersuchten pädagogischen Methoden errechnen.
Drewniak, R. & Peterich, P.: Einige Anmerkungen zum so genannten Denkzeit-Training. (S. 275)
Der folgende Beitrag setzt sich mit der Methodik und der Wirksamkeitsuntersuchung des so genannten Denkzeit-Trainings auseinander. Im ersten Teil behandelt REGINE DREWNIAK die im vorangegangenen Beitrag vorgestellte Wirksamkeitsstudie. Der zweite Teil von PETRA PETERICH befasst sich aus der Praxisperspektive der Ambulanten Maßnahmen mit dem in „Denkzeit für delinquente Jugendliche“ beschriebenen Ansatz des Denkzeit-Trainings.
Kilb, R.: Offensichtlich ja! – Eine Antwort auf Birgit Herz „Ist Konfrontative Pädagogik der Rede wert?“ (S. 278)
In der Zeitschrift für Jugendstrafrecht und Jugendhilfe Heft 4/2005 unterzieht BIRGIT HERZ unter der Fragestellung: „Ist Konfrontative Pädagogik der Rede wert?“ diese einer „kritischen erziehungswissenschaftlichen Würdigung“. Der folgende Beitrag repliziert auf ihre Einschätzung aus Perspektive der Konfrontativen Pädagogik.
KRIMINOLOGIE
Jehle, J.-M. & Hohmann-Fricke, S.: Junge Verkehrstäter – Erscheinungsformen und Rückfälligkeit. (S. 286)
Aufgrund einer Sonderauswertung der auf Bundeszentralregisterdaten beruhenden Rückfallstatistik untersucht der vorliegende Beitrag verschiedene Erscheinungsformen von Verkehrskriminalität, insbesondere die Unterschiede zwischen jungen und älteren Verkehrsstraftätern und die Art der strafrechtlichen Reaktionen, speziell der verkehrsspezifischen Maßnahmen. Die Längsschnittanalyse der Rückfälligkeit von Verkehrsstraftätern macht deutlich, dass Verkehrsdelinquenten zwar insgesamt eine niedrige Rückfallquote aufweisen, die jedoch stark nach Alter, Delikt, Vorstrafenanzahl und Sanktionsart der Bezugsentscheidung variiert.
Mößle, T., Kleimann, M., Rehbein, F. & Pfeiffer, C.: Mediennutzung, Schulerfolg, Jugendgewalt und die Krise der Jungen. (S. 295)
Mithilfe von Daten der KFN-Schülerbefragung des Jahres 2005 werden zwei kontrovers diskutierte Medienwirkungshypothesen untersucht: Einerseits die Hypothese eines negativen Zusammenhangs von schulischer Leistungsfähigkeit und Mediennutzung. Andererseits die Hypothese eines Zusammenhangs zwischen Gewaltmedienkonsum und gewalttätigem Verhalten. Unter Rückgriff auf internationale Forschungen und eigene Analysen werden dabei die genauen Umstände diskutiert, unter denen bestimmte Mediennutzungsmuster negative Auswirkungen haben können.
ANALYSEN UND KOMMENTARE
Dölling, D.: Das Verhältnis zwischen Erziehungsmaßregeln und Zuchtmitteln. (S. 310)
Kunkel, P.-C.: Steuerungsverantwortung des Jugendamtes – § 36a SGB VIII – und eventuelle Auswirkungen auf das Jugendstrafverfahren. (S. 311)
Meyer, A.: Beccaria-Standards – Tools für strukturiertes Vorgehen in der Kriminalprävention. (S. 314)
ENTSCHEIDUNGEN ZUM JUGENDRECHT
Rechtsschutzgarantie, Fortschreibung des Vollzugsplans: BVerfG – 2 BvR 1383/03 – Beschluss vom 03.07.2006. (S. 317)
Revisionserstreckung, Rechtsmittelbeschränkung: BGH – 1 StR 57/06 – Beschluss vom 09.05.2006. (S. 317)
Täter-Opfer-Ausgleich: BGH – 1 StR 257/05 – Urteil vom 07.12.2005. (S. 321)
Bernd-Dieter Meier: Anmerkung zu BGH – 1 StR 257/05 – Urteil vom 07.12.2005. (S. 323)
Amtshaftung des Jugendamtes bei Unterbringung: BGH – III ZR 164/05 – Urteil vom 23.02.2006. (S. 324)
Arnd Hüneke: Anmerkung zu BGH – III ZR 164/05 – Urteil vom 23.02.2006. (S. 327)
Strafvollzug in freien Formen, Gefangenenmeuterei: OLG Karlsruhe – 3 Ss 194/05 – Beschluss vom 21.02.2006. (S. 332)
Strafvollzug in freien Formen, Gefangenenmeuterei: AG Mosbach – 1 Ls 12 Js 1006/05 Hw. – Urteil vom 04.07.2005. (S. 332)
TA G U N G S B E R I C H T E
Paschke, B.: Respektlose Jugend – Respektierte Jugend: Wie gehen wir Professionelle damit um? Nachlese zum 6. Bundeskongress der Jugendgerichtshilfe vom 17. bis 19.05.2006 in Kassel. (S. 335)
Mitzel, W.: Gefährlich und gefährdet – Minderjährige als Täter und Opfer sexualisierter Gewalt. (S. 336)
R E Z E N S I O N E N
Kranz, M.: Tilmann Schott, Martin H.W. Möllers: Strafrecht in der Sozialarbeit. Ein Leitfaden zur Praxis des Strafens, der Strafzumessung und des Strafverfahrens. (S. 338)
Nachrichten und Mitteilungen (S. 340)
Gesetzgebungsübersicht (S. 343)
Termine (S. 346)
DVJJ – INTERN (S. 347)
Personalia (S. 348)
Kontaktadressen (S. 349)
|
|