Abschlussbericht der Evaluation zum "Neuköllner Modell" veröffentlicht

25. November 2014

Das „Neuköllner Modell“ als besonders beschleunigtes Jugendverfahren zielt auf die Verkürzung der Verfahrensdauer in geeigneten Fällen ab, indem das Beschleunigungspotenzials des vereinfachten Jugendverfahrens gemäß § 76 JGG ausgeschöpft wird. Voraussetzung der Anwendung des vereinfachten Jugendverfahrens ist unter anderem ein hinreichender Tatverdacht und eine einfache Beweislage.

Folgende Aspekte sollen zur Beschleunigung beitragen:

  • Die Staatsanwaltschaft muss keine formale Anklage erheben, stattdessen reicht ein kurzer Antrag aus.
  • Die Teilnahme der Staatsanwaltschaft an der mündlichen Verhandlung ist nicht erforderlich.
  • Erklärungsfristen gemäß §§ 201 ff. StPO müssen nicht gewährt werden und die Ladungsfrist gemäß § 217 StPO entfällt.
  • Die Benachrichtigung der Verfahrensbeteiligten einschließlich des Jugendlichen bzw. seines gesetzlichen Vertreters ist formlos.
  • Formale Vorgaben für die Verhandlung entfallen, z.B. kann die Verhandlung im Richterzimmer durchgeführt werden.

Mit der Begleitforschung zum Neuköllner Modell sind Prof. Dr. Claudius Ohder und Dr. Helmut Tausendteufel, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, beauftragt worden. Der Schlussbericht ist nun veröffentlicht worden und steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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25.11.2014

Förderer

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend