Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe - ZJJ 4/2018

Schwerpunkt: Herausfordernde Zielgruppen

Jahrgang 29, Dezember 2018

Im Folgenden finden Sie das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 4/2018. Einzelne Artikel können Sie (gegen Erstattung der Kopier- und Portokosten) über die Geschäftsstelle erhalten.

Als besonderen Service zum "Reinschnuppern" stellen wir beginnend mit Heft 3/14 pro ZJJ-Ausgabe einen ausgesuchten Beitrag zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Diesmal handelt es sich um den Beitrag von Dr. Michael Sommerfeld „Die EU-Richtlinie über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder (= Personen im Alter von unter 18 Jahren), die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind, und ihre Umsetzung ins deutsche Jugendstrafverfahrensrecht“.


Den Beitrag können Sie hier kostenlos herunterladen.

Inhaltsverzeichnis zum Download

Beierle, S., Hoch, C.: Straßenjugendliche als Herausforderung für die Jugendhilfe (S. 272)
Obwohl sie im öffentlichen Raum zumeist nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind, gibt es sie trotzdem: Jugendliche und junge Erwachsene, die ohne festen Wohnsitz sind – Straßenjugendliche. Nachdem schwerpunktmäßig vor allem in den 1990er Jahren dazu geforscht wurde und es dann eher ruhig um das Problem geworden ist, wächst das Interesse an diesem Thema in letzter Zeit wieder zunehmend, sowohl fachwissenschaftlich als auch politisch. Auch das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat das Thema in verschiedenen Projekten aufgegriffen, um die Lebenssituation der Jugendlichen besser kennenzulernen, um die Hilfestrukturen zu analysieren, aber auch um herauszuarbeiten, wie viele Betroffene es in Deutschland gibt.
Keywords: Obdachlose, Wohnungslose, Straßenjugendliche, Projektarbeit, Jugendhilfe, Care Leaver

 

Schleiffer, R.: Beziehungsabbrüche bei intensivpädagogischen Maßnahmen (S. 279)
Damit sich die eigenen Erziehungsbemühungen als erfolgreich herausstellen können, sind „natürliche“ wie auch professionelle Erzieher und Erzieherinnen darauf angewiesen, dass die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen sich auch erziehen lassen. Opponieren diese gegen die ihnen mitgeteilte Erziehungsabsicht, wie es bei dissozial sich verhaltenden Kindern und Jugendlichen der Fall ist, dann gerät die Erziehungskommunikation in Schwierigkeiten, was den Ruf nach Intensivierung der Erziehungsanstrengungen aufkommen lässt. Der Erfolg auch intensivpädagogischer Maßnahmen hängt allerdings davon ab, ob es gelingt, die Funktion der Erziehungsverweigerung seitens der betreffenden Kinder und Jugendlichen zu verstehen. Eine plausible funktionale Analyse ermöglicht es, die pädagogischen Beiträge in einer Form zu verfassen, die es deren Adressaten ermöglicht, auf ihren nachhaltigen Widerstand zu verzichten.
Keywords: Erziehung, Systemtheorie, Dissozialität, funktionale Analyse, intensivpädagogische Maßnahmen, Beziehungsabbrüche, Systemsprenger

 

Koß, P., Wagner, C., Baumann, M.: Riskant agierende junge Menschen – über hilflose Systeme und ihre sogenannten „Systemsprenger“ (S. 285)
Der Artikel befasst sich mit der Dynamik, mittels derer durch immer intensivere und spezialisiertere Maßnahmen versucht wird, hoch riskant agierenden jungen Menschen Hilfe zukommen zu lassen, und durch die gleichzeitig die Hilflosigkeit diesen Phänomenen gegenüber verstärkt wird. Dabei werden notwendige Fragen und Reflexionsrahmen aufgezeigt, mittels derer zwar nicht gezaubert, aber Hilflosigkeit reduziert werden könnte.
Keywords: Systemsprenger, Jugendhilfe, intensivpädagogische Maßnahmen

 

 

KRIMINOLOGIE

 

Mühler, K.: Männlichkeitsnormen und moderne Gesellschaft (S. 291)
Anlass dieses Aufsatzes war eine Tagung des DVJJ mit dem Thema „Jugendstrafrecht ist Jungenstrafrecht“. Leichte Delinquenz im Jugendalter ist nahezu ubiquitär. Dennoch ist bei den männlichen Jugendlichen mehr Gewalt im Spiel und kommt es häufiger zu einem dauerhaften Konflikt mit dem Recht. Die Frage, die sich damit stellt, ist: Hat das etwas mit Männlichkeitsnormen zu tun? Eine Antwort darauf wird im Zusammenhang mit der Bedeutung von Geschlechternormen für die Herausbildung sozialer Identität gesucht.
Keywords: Männlichkeitsnormen, Sozialisation, Identifikation, Geschlechtsidentität

 

JUGENDSTRAFRECHT

 

Sommerfeld, M.: Die EU-Richtlinie über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder (= Personen im Alter von unter 18 Jahren), die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind, und ihre Umsetzung ins deutsche Jugendstrafverfahrensrecht (S. 296)
Nach gut zwei Jahren intensiver Verhandlungen (und phasenweise zähem Ringen) ist am 11. Juni 2016 die EU- „Richtlinie über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder, die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind” (im Folgenden: RL [EU] 2016/800/),3 in Kraft getreten.4 Ihre Vorgaben betreffen eine ganze Reihe von Regelungsgegenständen, die innerhalb von drei Jahren in deutsches Jugendstrafrecht umzusetzen sind. Hierzu hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz am 11. Oktober 2018 den „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren” (im Folgenden: RefE Kinder) vorgelegt.5 Der folgende Beitrag behält als Dokumentation wesentliche Teile des Vortrags „Die EU-Richtlinie über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder (= Personen im Alter von unter 18 Jahren), die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind”, beim 30. Deutschen Jugendgerichtstag am 16. September 2017 in Berlin bei,6 berücksichtigt und bewertet dabei aber die Umsetzungsvorschläge des RefE Kinder. Daneben werden auch die Vorschläge zur Umsetzung der EU-„Richtlinie über Prozesskostenhilfe für Verdächtige und beschuldigte Personen in Strafverfahren sowie für gesuchte Personen in Verfahren zur Vollstreckung eines Europäischen Haftbefehls” (im Folgenden: RL [EU] 2016/1919)7 berücksichtigt und bewertet, soweit der hierzu vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz am 11. Oktober 2018 vorgelegte „Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Rechts der notwendigen Verteidigung” (im Folgenden: RefE PKH)8 gleichzeitig der Umsetzung einiger Vorgaben der RL (EU) 2016/800 zur Gewährleistung des Rechts auf Prozesskostenhilfe (vgl. Art. 18) bzw. Unterstützung durch einen Rechtsbeistand (vgl. Art. 6) dient.9 Hinweis der Redaktion: Die Gliederungspunkte A bis C dieses Beitrags, die sich mit der Genese der Richtlinie befassen, wurden bereits veröffentlicht bei Sommerfeld, ZJJ 2/2017, S. 165-175.

 

 

Ernst, S., Höynck, T.: Ordnungsrechtliche Durchsetzung der Schulpflicht durch Jugendarrest - Ergebnisse der zweiten bundesweiten Erhebung zur quantitativen Bedeutung der Arrestvollstreckung infolge von Schulpflichtverletzungen (S. 312)
Sechs Jahre nachdem die Ergebnisse der ersten bundesweiten Erhebung zur quantitativen Bedeutung der Arrestvollstreckung infolge von Schulpflichtverletzungen nach § 98 Abs. 2 OWiG veröffentlicht worden sind, wurde eine zweite bundesweite Befragung durchgeführt. Der Beitrag stellt zunächst die zentralen Rechtsgrundlagen der ordnungsrechtlichen Durchsetzung der Schulpflicht dar, mit Blick insbesondere auf die involvierten Institutionen und die dort jeweils zu treffenden Entscheidungen. Im Anschluss werden die Ergebnisse der aktuellen bundesweiten Erhebung zur einschlägigen Arrestvollstreckung vorgestellt1 und in Bezug zu den Ergebnissen der ersten Erhebung gesetzt. Im Fazit werden die Ergebnisse kritisch unter Berücksichtigung der geltenden Rechtslage und möglicher Reformperspektiven diskutiert.
Keywords: Schulpflicht, Jugendarrest, Bußgeld, Ordnungswidrigkeitenverfahren im JGG

 

Schneider, L., Kaplan, A., Fereidooni, K.: Jugendarrestvollzug und Jugendstrafvollzug als politischer Bildungsraum (S. 321)
Dieser Beitrag setzt sich mit einem noch wenig erforschten Aspekt an der Schnittstelle bildungswissenschaftlicher und politikdidaktischer Forschung auseinander: Den politischen Bildungsmöglichkeiten im Zwangskontext Jugendarrest bzw. -strafvollzug, indem Möglichkeiten und Grenzen dieses politischen Bildungsraumes diskutiert sowie Forschungsdesiderate und -möglichkeiten dargestellt werden.
Keywords: Jugendarrest, Jugendhaft, Politische Bildung, Bildungsprozesse, totale Institution

 

Maelicke, B.: Gibt es eine „ideale“ Jugendanstalt? (S. 327)
Als die Redaktion der ZJJ einen Beitrag zum Thema „Ideale Jugendanstalt“ anfragte, sagte ich zwar spontan zu, wusste aber gleich, dass der vorgeschlagene Titel so etwas wie eine persönliche und fachliche Provokation war. Ich bin überzeugter Anhänger ambulanter Alternativen, habe mich ein Leben lang für die Reduzierung von Haftplätzen eingesetzt, habe in meinem Buch „Das Knast-Dilemma – Wegsperren oder resozialisieren?“ die immerwährende Suche nach etwas Besserem als Strafrecht und Strafvollzug beschrieben und soll nun ein Plädoyer für eine „ideale“ Jugendanstalt präsentieren? Andererseits: In Schleswig-Holstein hat das Justizministerium mit meiner Mitwirkung zwischen 1990 und 2005 für eine SPD-Regierung (Engholm/Klingner) und eine rot/grüne Regierung (Simonis/ Lütkes) eine Jugendanstalt und eine Jugendarrestanstalt gebaut – und natürlich hatten und haben wir dabei Ziele und Standards realisiert, die wir für vorbildlich gehalten haben. In Hamburg wirke ich in einer Projektgruppe mit, die im Stadtteil Billwerder eine moderne („urbane“) Jugendanstalt plant – „dafür und dagegen“: Ist das eine rationale und überzeugende kriminal- und sozialpolitische Haltung? Im Folgenden werden die rechtliche, politische und praktische Ausgangslage dieser Entwicklungsarbeit in Hamburg beschrieben und zentrale inhaltliche Eckpunkte, auch für die bundesweite Fachdiskussion, dargelegt.
Keywords: Jugendstrafvollzug, Wirkungsorientierung, Evidenzbasierung, Jugendstrafanstalt

 

Parosanu, A.: Jugendstrafrecht in Neuseeland im Lichte aktueller Reformentwicklungen (S. 331)
Neuseelands Kinder- und Jugendhilfe-, aber auch das Jugendstrafrecht sind von Wandlungen geprägt, die vor einigen Jahren ihren Anfang nahmen und vor allem in struktureller Hinsicht bedeutende Änderungen mit sich brachten. Der Beitrag widmet sich wichtigen Reformentwicklungen seit der grundlegenden Neujustierung des Jugendstrafrechts im Jahr 1989 und legt besonderes Augenmerk auf die jüngst eingebrachten Reformen und ihre Hintergründe. Darüber hinaus werden im Überblick Kernprinzipien und strafrechtliche Reaktionsmöglichkeiten gegenüber Jugendlichen dargestellt.
Keywords: Neuseeland, Jugendstrafrecht, Jugendstrafrechtsreformen, Restorative Justice, Family Group Conferencing, Strafrechtliche Reaktionsmöglichkeiten

 

 

ENTSCHEIDUNGEN ZUM JUGENDRECHT

 

BGH – 5 StR 623/17 und 5 StR 624/17 – Urteil vom 24.05.2018: Einziehung des Wertes von Taterträgen, Vermögensabschöpfung, Mitverfügungsmacht (S. 338)

Christian Laue: Anmerkung zu BGH – 5 StR 623/17 und 5 StR 624/17 – Urteil vom 24.05.2018 (S. 340)

 

REZENSIONEN

Hoops, S., Schmoll, A.: Thimna Klatt, Thomas Bliesener, Evaluation des Jugendarrestes in Schleswig-Holstein (S. 342)

Baier, D.: Michaele Glaser, Anja Frank, Maruta Herding (Hrsg.), Gewaltorientierter Islamismus im Jugendalter. Perspektiven aus Jugendforschung und Jugendhilfe (S. 345)

 

DOKUMENTATION

Gloss, W., Wesely, T.: Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren - Relevante Änderungen für die polizeiliche Sachbearbeitung im Jugendstrafrecht (S. 348)

 

Nachrichten und Mitteilungen (S. 352)

 

Gesetzgebungsübersicht (S. 354)

 

Termine (S. 357)

 

DVJJ – INTERN (S. 358)

 

Kontaktadressen (S. 359)

 

Impressum (S. 360)

Letzte Änderung dieser Seite: 
10.12.2018

+++ Heft 4/18 der ZJJ ist da +++

Ausgabe 4/2018 der ZJJ ist erschienen und dem Schwerpunkt "Herausfordernde Zielgruppen" gewidmet.
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Förderer

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend