28. Praktikertagung Ambulante Sozialpädagogische Angebote für straffällig gewordene junge Menschen

19. September 2016

Die 28. Praktikertagung Ambulante Sozialpädagogische Angebote für straffällig gewordene junge Menschen, fand vom 19. - 21.09.2016, unter dem Titel "Haltung bewahren - Zielgruppen, Methoden, Prespektiven in der Arbeit mit straffällig gewordenen jungen Menschen", in Hofgeismar statt.

Tagungsprogramm

Montag, 19.09.2016


14:00  Begrüßung
Frido Ebeling, Albert Schweitzer Familienwerk
Lüneburg, Sprecher der BAG Ambulante Sozialpädagogische Angebote für straffällig gewordene junge Menschen der DVJJ

14:15 Im Lauf der Zeit. Überlegungen zur Zukunft der ambulanten Angebote für straffällig gewordene junge Menschen
Dr. Regine Drewniak, wissenwasgut ist, Göttingen
Präsentation

16:00  Entkoppelte Jugendliche – Ausgrenzungsrisiken, Lebenssituation und Verselbständigungschancen
Frank Tillmann, Deutsches Jugendinstitut

19:30 Informeller Erfahrungsaustausch




Dienstag, 20.09.2016

09:00     Arbeitskreise 1 bis 3

14:30     Arbeitskreise 4 bis 6

19:30     Informeller Erfahrungsaustausch

AK 1: Grundhaltungen, Menschenbilder und Authentizität. Basis und Rückgrat unserer Profession

Grundhaltungen, Menschenbilder und Visionen einer gelingenden und gerechten Gesellschaft prägen und leiten das professionelle berufliche Handeln in der Arbeit mit benachteiligten jungen Menschen, Minderheiten und Randgruppen.

In den unterschiedlichen berufspraktischen und sozialpolitischen Zusammenhängen muss der Grundsatz gelten: „Haltung bewahren!“; denn Grundhaltungen und feste, dem Menschen zugewandte Überzeugungen bilden das bedeutende Gegengewicht zu simplifizierenden „Sachargumenten“ wie Ressourcenknappheit oder Effizienz und Effektivität im Kontext der Ökonomisierung des Sozialen. Der Arbeitskreis bietet die Möglichkeit, die eigenen Haltungen, Menschen- und Gesellschaftsbilder und Ideale zu ergründen und zu diskutieren. Exemplarisch soll aufgezeigt werden, wie bedeutend Grundhaltungen sind, wenn es darum geht, mit gefährdeten jungen Menschen zu arbeiten und für sie eindeutige, parteinehmende Positionen zu ergreifen. Gerade für Neueinsteiger/innen in diesem Arbeitsfeld sollte die Reflexion der eigenen Werte Raum finden, denn: Nur was bekannt ist, kann auch bewahrt werden!

Impuls: Doreen Mandel, Landkreis Potsdam-Mittelmark
Moderation: Claus Richter, Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH Saarbrücken
Ergebnisse

 

 

AK 2: So tickt Deutschland. Aufklären, Beraten, Betreuen, Befähigen. Wenn junge Flüchtlinge straffällig werden

Was brauchen junge Flüchtlinge? Was brauchen wir, wenn wir junge Flüchtlinge begleiten? Wie finden wir einen Zugang zu ihnen? Wie können wir mit ihnen präventiv arbeiten? Was können wir tun, wenn sie straffällig werden?
Wir werden in diesem Arbeitskreis Ideen entwickeln und Antworten suchen für die Arbeit mit straffällig gewordenen jungen Flüchtlingen.

Impuls: Assia Boushaba-Graßl, Beratungsdienste der Arbeiterwohlfahrt München
Moderation: Joachim Wallner, LOTSE Kinder + Jugendhilfe e.V. München
Präsentation


Ergebnisse

 

 

AK 3: Gut und billig. Zur Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit

Knappe finanzielle Ressourcen, schwankende Fallzahlen und die Erwartung von Justiz und Jugendhilfe, schnelle und günstige Angebote vorzuhalten, setzen die Träger ambulanter Angebote zunehmend unter Druck. So ist oft ein Spagat zu leisten zwischen dem Einhalten fachlicher Standards einerseits und anderseits mit immer neuen und günstigen Angeboten im „Geschäft“ zu bleiben.

Impuls: Prof. Dr. Norbert Wohlfahrt, evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Moderation: Erwin Schletterer, BRÜCKE e.V. Augsburg
Präsentation

Ergebnisse

 

 

AK 4: Und wenn sie nicht wollen? Und wenn sie nicht können?

Immer häufiger treffen wir in der ambulanten Arbeit auf junge Menschen, die verhaltensauffällig, psychisch labil und motivationslos sind. Oft scheinen sie gar kein Interesse daran zu haben, Hilfe zu erhalten. Auch der Sanktionsdruck durch die Justiz lässt sie meist unberührt. Dennoch wollen wir auch diese Klienten nicht vorschnell verloren geben. Wie finden wir den Zugang und eine Beziehung zu diesen Jugendlichen? Wie können wir sie motivieren, wieder aktiv zu werden? Der Arbeitskreis sucht Wege zum Verständnis dieser Jugendlichen und mögliche Schlüssel zum Erfolg.

Impuls: Patrick Zobrist, Hochschule Luzern
Moderation: Sven Krause, Jugendförderverein Zollernalbkreis

Ergebnis 1
Ergebnis 2
Ergebnis 3

 

 

AK 5: Gesprächsführung mit System. Welche Methode passt zu mir? Welche Methode passt zu meinem Klienten?

Um sich an diesen Themenkreis anzunähern, lohnt es sich, die vier großen Gruppen der Psychotherapie unter die Lupe zu nehmen: Psychoanalytische, verhaltensorientierte, humanistische und systemische Konzepte bilden den fachlichen Überbau. Für die methodisch ausgerichtete Soziale Arbeit mit straffällig gewordenen oder gefährdeten jungen Menschen werden wir das systemische Gesprächsführungskonzept im Hinblick auf seine Tauglichkeit und seinen Praxisgewinn analysieren und mit Fragen zur Wirklichkeitskonstruktion und Möglichkeitskonstruktion experimentieren.

Impuls und Moderation: Werner Possinger, Institut für Kriminalpädagogik Würzburg

 

 

AK 6: Des Richters Freud, der Jugendhilfe Leid: Arbeits-leistungen zwischen pädagogischer Begleitung und
Ungehorsamsarrest

Die Verhängung von Arbeitsleistungen erfreut sich ungebremster Beliebtheit und ist die meistgenutzte Reaktion in der Sanktionspraxis der Jugendgerichte. Die Jugendhilfe im Strafverfahren übernimmt zu ihrem Leidwesen die wenig erfreuliche Rolle, die Arbeitsstunden zu vermitteln.

In einer nicht unerheblichen Anzahl der Fälle wird die Sanktion nicht erfüllt, als Konsequenz droht Ungehorsamsarrest. D.h. obwohl die dem Urteil zugrundeliegende Straftat keinen – unter pädagogischer Perspektive kontra-produktiven und unbedingt zu vermeidenden – Freiheits-entzug erfordert hat, führt die Nichterfüllung der ambulanten Maßnahme eben dazu, dass der Jugendliche einen Freiheitsentzug erfährt, was die ambulanten Angebote im Kern vermeiden sollen.

Wir möchten in dem Arbeitskreis diskutieren, wie Arbeits-weisungen und -auflagen weiterentwickelt oder auch durch andere Maßnahmen ersetzt werden können, auch mit der Zielsetzung, der negativen Entwicklungsdynamik bei Arbeitsleistungen entgegen zu wirken.

Impuls: Bernd Holthusen, Deutsches Jugendinstitut
Moderation: Frido Ebeling, Albert Schweitzer Familienwerk Lüneburg
Präsentation


Ergebnisse



Mittwoch, 21.09.2016

10:45 „Ich hab‘ kein Problem!“ - Methodische Ansätze in Zwangskontexten.
Patrick Zobrist, Hochschule Luzern
Präsentation

12:15 Zusammenfassung und Verabschiedung





Die fehlenden Ergebnisse und Präsentationen werden zu gegebener Zeit eingestellt.

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26. September 2016

+++ 4. Bundeskongress - "Flucht nach vorne" +++

Vom 19. bis 21.09.2018 findet der 4. Bundeskongress der Jugendhilfe im Strafverfahren und der ambulanten sozialpädagogischen Angebote für straffällig gewordene junge Menschen unter dem Titel "Flucht nach vorne" in Bad Kissingen statt. Nähere Informationen zum Inhalt und zur Anmeldung finden Sie hier.

+++ Veranstaltungskalender +++

Förderer

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend