27. Niedersächsischer Jugendgerichtstag - Aktuelle Entwicklungen im Umgang mit straffälligen jungen Menschen in Niedersachsen

Datum der Veranstaltung: 
1. Juni 2018
Veranstaltungsort: 
Landgericht Braunschweig
Anmeldeschluss: 
4. Mai 2018
Teilnahmegebühr: 
EUR 30,- / EUR 20,- für DVJJ-Mitglieder, Studierende (mit Nachweis) Beitrittsformular: http://www.dvjj.de/ueber-die-dvjj/mitglied-werden
nein

Der 27. Niedersächsische Jugendgerichtstag und die Mitgliederversammlung der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen finden am 01.06.2018 im Landgericht Braunschweig statt.

Programm

09:00
Einlass und Anmeldung

09:45
Eröffnung und Begrüßung
Dr. Regine Drewniak, Vorsitzende der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen
Eva Moll-Vogel, Präsidentin des Landgerichts Braunschweig

Grußwort des Staatssekretärs im Niedersächsischen Justizministerium Dr. Stefan von der Beck

 

10:00
Lost in Transition: Heranwachsende im Übergang
Dr. Hauke Staats
, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik

 

10:45
„Mein Leben läuft so oder so…“
Interviews mit straffällig gewordenen jungen Männern in Berlin 2017 (Film)

 

11:30
Arbeitskreise

 

13:30
Mittagspause

 

14:30
Wissen, was wir tun: Haltung und Handeln im Umgang mit straffällig gewordenen jungen Menschen
Prof. Dr. Michael Lindenberg
, Ev. Hochschule Hamburg (Rauhes Haus)

 

15:30
Ende des Jugendgerichtstags

 

15:45
Mitgliederversammlung der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Feststellung Beschlussfähigkeit, Tagesordnung
  2. Bericht des Vorstands
  3. Finanzbericht
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstands
  6. Schwerpunkte der künftigen Arbeit
  7. Verschiedenes

Hierzu laden wir alle Mitglieder der DVJJ in Niedersachsen herzlich ein. Gäste sind willkommen.

 

Arbeitskreise
Etwas ist neu in diesem Jahr: Um dem vielfach bekundeten Wunsch nach mehr Austausch untereinander zu entsprechen, haben wir drei AK als moderierte Diskussionsarbeitskreise konzipiert (AK 6, 7 und 8). Erfahren Sie, was andere zu diesen Themen denken, welche Praxis sich andernorts entwickelt hat, bringen Sie sich und Ihre Erfahrungen ein, knüpfen Sie Kontakte, seien Sie Multiplikator oder lernen Sie andere Multiplikatoren kennen, kurz: tauschen Sie sich aus!

 

AK 1: Extremistische Radikalisierung bei Jugendlichen – Was kann man dagegen tun?

Extremisten versuchen durch unterschiedliche Strategien die Lebenswelten von Jugendlichen für ihre demokratie- bzw. menschenfeindlichen und gewaltlegitimierenden Ideologien/ Inhalte zu erreichen, indem sie dabei gezielt auf deren Bedürfnisse abstellen. Der Arbeitskreis will dem Phänomen der Radikalisierung auf den Grund gehen: Wie kommt es zu Prozessen der Radikalisierung? Wo setzen Extremisten bei Jugendlichen an? Was können wir tun? Wie können konkrete Schritte aussehen, wo und welche Hilfen gibt es?
Die Sicht auf konkrete Radikalisierungsverläufe soll dabei helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden.
Referenten: Andreas Ostwaldt und Heike Ehlers, Präventionsstelle Politische Motivierte Kriminalität (PPMK) mit der Kompetenzstelle Islamismusprävention Niedersachsensen (KIP NI) im LKA Niedersachsen 

 

AK 2: Die Umsetzung der Europarichtlinie für beschuldigte Kinder im Strafverfahren und die Auswirkungen für die Praxis

Mit der Europarichtlinie für beschuldigte Kinder im Strafverfahren („Richtlinie (EU) 2016/800 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Mai 2016 über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder, die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind“) stehen einige nicht unbedeutende Änderungen an, die bis Juni 2019 im Jugendgerichtsgesetz umzusetzen sind. Die zu erwartenden Neuerungen zum Beispiel im Bereich der audiovisuellen Aufzeichnung von Vernehmungen, hinsichtlich des Rechts auf Unterstützung durch einen Rechtsbeistand oder im Bezug auf das Recht auf individuelle Begutachtung werden voraussichtlich einige Auswirkungen auf die praktische Arbeit haben. Wir wollen über die anstehenden Änderungen informieren, den Stand der Umsetzung darstellen und gemeinsam zu erwartenden Auswirkungen diskutieren.
Referentin: Birthe Kuck, Niedersächsisches Justizministerium

 

AK 3: Dauerbrenner Schulschwänzen

Schulverweigerung ist ein Dauerbrenner in den Kooperationen zwischen Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz, nicht zuletzt durch die hohen Anteile der jungen Menschen, die am Ende eines solchen Verfahrens einen Arrest zu verbüßen haben. So vielfältig die Formen, Ursachen und Begleitumstände von Schulverweigerung sind, so vielfältig sind die Reaktionen darauf. Vorgestellt wird das Konzept einer Schule mit 1650 Schülern, an der Schulverweigerung so gut wie gar nicht vorkommt. Wie geht sie damit um, wenn es doch einmal passiert? Was würde sie sich an Kooperation von den beteiligten Akteuren wünschen?
Referent: Wolfgang Vogelsaenger, Leiter der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen
Moderation: Pascal Üstün, M.S.M.-Jugendhilfe im Strafverfahren Stadt Salzgitter

 

AK 4: Jugendbewährungshilfe – eine besondere Herausforderung

Straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende, die zu ausgesetzten Jugendstrafen verurteilt wurden, sind besondere „Klienten“ der Bewährungshilfe. Sie haben spezielle Bedürfnisse und spezifische Problemlagen, was die Jugendbewährungshilfe vor besondere Herausforderungen stellt.
Wir möchten einen Einblick in das Tätigkeitsfeld geben, über die Anforderungen diskutieren und uns über die verschiedensten Möglichkeiten des Umgangs mit jungen Menschen austauschen.
Referent: Christoph Klahn, Bewährungshilfe Hannover

 

AK 5: Täter-Opfer-Ausgleich bei schweren Straftaten aus der Perspektive eines Betroffenen

Christoph Rickels (30) - Seit einer Prügelattacke ist er körperlich behindert. Er erlitt schwere Kopfverletzungen, lag vier Monate im Koma. Seitdem hat er Probleme beim Gehen, Sprechen und leidet unter Gedächtnisverlust. Die Tat passierte 2007, Christoph war 20 Jahre alt. Danach hat er alles neu gelernt: Essen, Sprechen, Laufen. Mit seiner Organisation „First Togetherness – Willkommen in der Welt der Gemeinsamkeit“ setzt er sich heute auf vielfältige Weise für Gewaltprävention ein, besucht Schulklassen, Justizvollzugsanstalten, u.a. und erzählt seine Geschichte.*
Auch wir werden seine Geschichte hören und gehen danach mit ihm in den Dialog: Was brauchen Opfer einer solch schweren Straftat? Was hilft ihnen, worauf müssen Mediatoren achten? Und natürlich wollen wir seine Meinung zu Begegnungen zwischen Tätern und Opfern derart schwerer Gewalterlebnisse erfahren.
Referent: Christoph Rickels, First Togetherness
Moderation: Veronika Hillenstedt, LAG ambulante Angebote/Täter-Opfer-Ausgleich

 

AK 6: Junge Flüchtlinge

Junge Menschen mit Fluchterfahrung sind schon länger in den Kommunen – und auch in Jugendgerichtsverfahren angekommen. Sie haben vielfältige Risikofaktoren, die Delinquenz begünstigen können. Können die vielfältigen Unterstützungssysteme diese Voraussetzungen kompensieren? Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich aus dem Status minderjähriger Geflüchteter für das Jugendstrafverfahren? Es geht hier um die konkrete Klärung von Zuständigkeiten und Fragen sowie den Austausch über die gesammelten Erfahrungen zwischen den Berufsgruppen mit ihren (vielleicht unterschiedlichen) Wahrnehmungen: was gelingt – warum – was nicht? Welche Probleme tauchen auf, welche Lösungen gibt es möglicherweise bereits? Der Arbeitskreis soll genau diesem Austausch breiten Raum bieten.
Moderation: Konstanze Fritsch, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz, Berlin

AK 7: Jugendarrest: nützlich oder schädlich?

Debatten um den Jugendarrest sind oftmals aufgeregt und oszillieren zwischen Fundamentalkritik und Heilserwartungen. Im Arbeitskreis sollen die vorhanden Argumente gesammelt und auf ihre Evidenz bzw. Plausibilität hin überprüft werden: was bleibt schließlich übrig für und gegen den Jugendarrest?
Moderation: Prof. Dr. Theresia Höynck, Universität Kassel und Siegfried Löprick, Jugendhilfe Göttingen e.V.

 

AK 8: „Was ich mir vor Euch wünsche…“

Die Arbeit im Jugendstrafverfahren erfordert die mitunter enge Kooperation der verschiedensten am Verfahren beteiligten Akteure. So gibt es naturgemäß zahlreiche Bereiche, in denen unterschiedliche Berufsgruppen gemeinsam, nebeneinander oder ineinandergreifend arbeiten. Nicht immer läuft diese Zusammenarbeit reibungslos und nicht selten hängt dies mit einer mangelnden Kenntnis des Auftrags und der Erwartungen, Hoffnungen und Vorstellungen der jeweils anderen zusammen.
Dieser Diskussionsarbeitskreis will sich daher mit der Frage befassen, was sich die einzelnen Berufsgruppen von den jeweils anderen (oder auch den eigenen) Berufsgruppenvertretern wünschen. Wir wollen uns austauschen, Verständnis für die Sichtweise anderer Akteure wecken, für die Akzeptanz unserer eigenen Standpunkte werben, Kooperationsfreude vertiefen und uns an einen gemeinsamen Auftrag erinnern.
Moderation: Maria Kleimann, Amtsgericht Hannover

 

Eventuelle Programmänderungen werden unter http://niedersachsen.dvjj.de bekanntgegeben

Nähere Informationen zum 27. Niedersächsischen Jugendgerichtstag finden Sie im Programmflyer.

 

Anmeldung:

per E-Mail bis zum 4. Mai 2018 an: niedersachsen [edd] dvjj [dot] de (niedersachsen [edd] dvjj [dot] de)

Bitte teilen Sie uns Ihren Namen, Vornamen, Anschrift und E-Mail-Adresse, Beruf bzw. die Institution mit, die Sie vertreten. Des Weiteren benennen Sie uns bitte den Arbeitskreis, an dem Sie teilnehmen möchten.

Überweisen Sie bitte zeitgleich mit der Anmeldung den pauschalen Kostenbeitrag für Tagungsgetränke und Verpflegung in Höhe von 30,- Euro (bzw. 20,- EURO für DVJJ-Mitglieder/Studierende) unter Nennung Ihres Vor- und Nachnamens bzw. aller Teilnehmenden auf das Konto der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen. Nach Eingang der Tagungsgebühr erhalten Sie per E-Mail eine Anmeldebestätigung. Eine Rückerstattung des Tagungsbeitrags ist nach dieser verbindlichen Anmeldung ausgeschlossen.

 

Kontoverbindung:
Sparkasse Hannover
IBAN DE91 2505 0180 0000 1324 20
BIC SPKHDE2HXXX

Ihre Teilnahmebestätigung erhalten Sie zusammen mit den Tagungsunterlagen am 01.06.18.

Ausstellung während des Jugendgerichtstages:
Es besteht nach vorheriger Anmeldung die Möglichkeit im Landgericht Plakate, Informationsmaterial oder Ähnliches auszustellen. Tische können nach Absprache zur Verfügung gestellt werden, Stellwände stehen nicht zur Verfügung. Rückfragen und Anmeldungen bitte an niedersachsen [edd] dvjj [dot] de.

Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ)
Landesgruppe Niedersachsen
Dr. Regine Drewniak (Vorsitzende)
Schildweg 12a
37085 Göttingen

niedersachsen [edd] dvjj [dot] de
http://niedersachsen.dvjj.de/

 

Förderer

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend