Fachtagung - "Umgang mit jungen Rechten – Praxis, Profession, Perspektiven" - Dortmund

Datum der Veranstaltung: 
23. November 2017
Veranstaltungsort: 
Reinoldinum - Dortmund
Anmeldeschluss: 
27. Oktober 2017
Teilnahmegebühr: 
59,00 €, inkl. 24,00 € Verpflegungsentgelt
nein

Die Regionalgruppe Westfalen-Lippe in der DVJJ e.V. und das LWL-Landesjugendamt Westfalen laden zur gemeinsamen Fachtagung "Umgang mit jungen Rechten – Praxis, Profession, Perspektiven" ein.

Es gibt verschiedene Wege, in die rechte Szene zu geraten. Vor allem junge Menschen sind besonders anfällig für den Einfluss von extremistischer Radikalisierung. Rechte Gruppierungen versprechen den Jugendlichen Gemeinschaft, Zugehörigkeit und ein gemeinsames Feindbild. In diesen Gemeinschaften fühlen sich die Jugendlichen dann stark und haben ein gesteigertes Selbstbewusstsein. Sie finden neue Freunde, Orientierung und Identität und distanzieren sich von ihrem alten Umfeld. Der Rechtsextremismus nimmt ihnen viele Unsicherheiten ab, indem er „Wahrheit“ und Autorität, ebenso wie einfache Antworten auf komplexe Fragen anbietet und das Bewusstsein fördert, auf dem „richtigen Weg“ zu sein. Gleichzeitig erhalten Jugendliche die Möglichkeit, sich durch Protest und Provokation gegenüber ihren Eltern oder der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen und sich an einem „Kampf für Gerechtigkeit“ zu beteiligen. Die Entwicklung und Umsetzung effektiver Präventions- und Ausstiegskonzepte setzt eine grundsätzliche und ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage voraus, aus welchen Motiven sich junge Menschen radikalisieren: Was macht die Faszination entsprechender Szenen und Gruppierungen für junge Menschen aus? Welche Jugendlichen sind besonders gefährdet? Hier gelten unter anderem schlechte Bildungszugänge, Perspektivlosigkeit, soziale und finanzielle Probleme bis hin zu eigenen Diskriminierungserfahrungen als mögliche relevante Faktoren. Selten sind junge Menschen bei einem Anschluss an extremistische Gruppen bereits ideologisiert, vielmehr sind häufig zunächst die Aussicht auf Anerkennung und Zugehörigkeit sowie erlebnisorientierte Aspekte („Action“, Lust auf Provokation und Gewalt) ausschlaggebend für den Anschluss an die rechte Szene. Um angemessen vorbeugen und intervenieren zu können, bedarf es auf Seiten der Jugendhilfefachkräfte Informationen, Wissen und Handlungsmöglichkeiten. Hierzu möchte die Tagung beitragen und Anregungen geben, indem wissenschaftliche Befunde sowie Erfahrungen der Fachpraxis und eines Szene-Aussteigers vorgestellt und diskutiert werden.  

TAGUNGSABLAUF


09.30
Anreise/Stehkaffee

10.00
Begrüßung und Einführung

10.15
Vortrag: Rassismuskritische Bildung und Soziale Arbeit gegen nationalen Populismus
Prof. Dr. Astrid MESSERSCHMIDT, Bergische Universität Wuppertal

11.00
Präsentation 1:
(Wieder-)herstellung der Handlungssicherheit im Umgang mit rassistischen, antisemitischen oder anderen diskriminierenden Herausforderungen
Leroy Böthel, Anna-Lena Herkenhoff, Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster

11.45
Kaffeepause

12.00
Präsentation 2:
Beratung für Opfer rechter Gewalt
Alexander Sherko KEJO, Back Up - NRW, Standort Dortmund

12.30
Präsentation 3:
Unterstützung beim Ausstieg aus der rechten Szene
Felix LANGE, NinA NRW, Standort Recklinghausen

13.00
Mittagspause

14.00
Vortrag: Einfindungs- und Distanzierungsprozesse
Michaela GLASER, Deutsches Jugendinstitut, Projektleitung Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention

15.00
Kaffeepause

15.15
Bericht eines Aussteigers
Wie bin ich in die Szene rein geraten? Was hat sie attraktiv für mich gemacht? Wie war es in der Szene? Wie bin ich da wieder raus gekommen?
MARC

16.30
Verabschiedung und Ende der Veranstaltung

16.45 -17.45
Mitgliederversammlung

Moderation: Prof. Dr. Klaus BOERS
Tagungsleitung: Jutta MÖLLERS, LWL-Landesjugendamt Westfalen


Nähere Informationen zum Tagungsablauf und zur Anmeldung finden Sie hier.

Förderer

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend