Landesgruppe Rheinland-Pfalz der DVJJ

Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ) ist Deutschlands Fachverband für die Jugendkriminalrechtspflege. Charakteristisch für die Arbeit des 1917 in Berlin gegründeten Verbandes ist seit jeher:

  • Die DVJJ setzt sich aus Vertretern aller an der Jugendgerichtsbarkeit beteiligten Berufe zusammen.
  • Für alle beteiligten Berufe ist die DVJJ ein Fachverband und kein berufsständischer Zusammenschluss.
  • Die DVJJ fungiert als unabhängiges Fach- und Beratungsorgan für kriminalpolitische Fragestellungen, insbesondere für Gesetzgebungsvorhaben auf Bundesebene.
  • In regelmäßigen Abständen, seit 1953 alle drei Jahre, veranstaltet die DVJJ den Deutschen Jugendgerichtstag.

Die Satzung der LG Rheinland-Pfalz finden sie hier in der aktuellen Fassung.

In jüngerer Zeit sind zu den genannten Aktivitäten vor allem folgende Schwerpunkte hinzugetreten:

Es werden verstärkt Möglichkeiten der Fortbildung organisiert und angeboten. Diese Intensivierung wurde dadurch möglich, dass sich Regional- und Landesgruppen bildeten, die als Unterverbände der DVJJ inzwischen fast flächendeckend die jugendgerichtliche Praxis ansprechen. Diese regionalen und lokalen Zusammenschlüsse sind ähnlich strukturiert wie der Dachverband und wirken an dessen Arbeit mit. Sie können die speziellen Fragen und Probleme ihres Bereichs sehr viel treffender erfassen, diese mit den Beteiligten erörtern und (oft in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesbehörden) auf Tagungen behandeln.

Die Landesgruppe Rheinland-Pfalz hat sich am 10. Januar 2007 in Mainz gegründet. Sie veranstaltet regionale Fachtagungen und Fortbildungen und bietet damit den Fachkräften Gelegenheiten für Weiterbildung, Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

Kontakt

Sie möchten Fragen, Anregungen oder Wünsche an die Landesgruppe Rheinland-Pfalz richten oder haben thematische Anregungen für Fachveranstaltungen? Melden Sie sich jederzeit gerne per Mail: rheinland-pfalz@dvjj.de

Der Vorstand

Martin Baur
1. Vorsitzender

Frederik Dittrich
2. Vorsitzender

Ulrich Roeder
Schriftführer

Gerhard Kunze
Kassenführer

Bitte beteiligen Sie sich an der fachlichen Arbeit in der DVJJ. Alle in der Jugendkriminalrechtspflege Tätigen sind zur Mitwirkung herzlich eingeladen. Bei Interesse oder Fragen melden Sie sich gerne per Mail: rheinland-pfalz@dvjj.de

Veranstaltungen der Landesgruppe Rheinland-Pfalz

Vergangene Veranstaltungen

Der „neue“ Umgang mit Cannabis – Fachtag zum Thema KCanG

Dienstag 28.10.2025, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Veranstaltungszentrum „42kaiserslautern“ (Eisenbahnstraße 42)

Seit 1,5 Jahren begleitet uns das Cannabis Konsum Gesetz. Für die Einen Segen, für die Anderen Fluch.

Bisweilen sind einige Inhalte mit Unsicherheiten besetzt. Wie zum Beispiel der Umgang und die Bedeutung von Begriffen wie „riskanter Konsum“ oder die Umsetzung präventiver Angebote. Aber auch die Verlagerung der Bearbeitung in den Jugendämtern, weg von den Jugendhilfen im Strafverfahren, hin zum Allgemeinen Sozialen Dienst bildet neue Herausforderungen für alle Beteiligten.

Die Neuerungen betreffen jedoch nicht nur die Jugendämter, u.a. sind Auswirkungen im polizeilichen Alltag erkennbar.

Hier will die DVJJ Landesgruppe Rheinland-Pfalz durch den Fachtag Informationen zur Verfügung stellen und Ansätze für den Arbeitsalltag bieten.

Nach längerer Pause möchten wir nun wieder einen Fachtag anbieten. Wir würden uns freuen, Interessierte aus den Bereichen Staatsanwaltschaft und Gerichten sowie den Ordnungsbehörden begrüßen zu können, wohl wissend, dass durch die Legalisierung hier weniger Berührungspunkte vorhanden sind.

Die Auswahl der für diesen Fachtag gewonnen Referenten, bietet uns die Möglichkeit, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und verspricht einen Gewinn für unsere tägliche professionelle Arbeit mit jungen Menschen.

Tagungsprogramm

  • 09:30 Uhr Ankommen
  • 09:50 Uhr Begrüßung
  • 10:00 Uhr Cannabis reguliert – und nun? (Uwe Jung-Pätzold, Jugend- und Sozialamt Stadt Pforzheim)
  • 11:00 Uhr Liberalisierung vs. Jugendschutz – eine strafrechtliche und kriminologische Zwischenbilanz (Dr. Sebastian Sobota, Stellv. Direktor der Kriminologischen Zentralstelle, Wiesbaden)
  • 12:00 Uhr Rechtsfragen des KCanG aus polizeilicher Perspektive (Prof. Dr. Dr. Markus Thiel, Deutsche Hochschule der Polizei)
  • 13:00 Uhr Mittagspause
  • 14:15 Uhr (Neue) Erscheinungsformen des Substanzmissbrauchs (Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, ehem. Leiter Rechtsmedizin, Universität Mainz)
  • 15:15 Uhr Die Cannabisteillegalisierung aus Sicht der Suchthilfe (Philipp Sperb, Abteilungsleitung Abteilung Suchthilfen, Amt für Jugend und Familie Mainz)
  • 16:00 Uhr Tagungsende

Echte Innovation oder neue Stolpersteine? – Die Novellierung des JGG im Praxistest

in Kooperation mit dem Landesjugendamt Rheinland-Pfalz; Mittwoch, 16. Oktober 2019, ab 09:30 im „Wormser“, Worms am Rhein für alle am Jugendstrafverfahren beteiligte Berufsgruppen

Das Einladungsschreiben zur Veranstaltung kann hier nachgelesen werden.

Tagungsprogramm

  • 09:30 Uhr Anmeldung, Stehkaffee
  • 10:00 Uhr Grußwort (Birgit Zeller, Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung)
  • 10:15 Uhr Umsetzung der EU-Richtlinie 2016/800 im Gesetz zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren (Regierungsentwurf Juni 2019) (Prof. Dr. Bernd-Rüdeger Sonnen)
  • 11:30 Uhr Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren (Alexander Fassel, Ministerium der Justiz)
  • 12:00 Uhr Mittagspause
  • 13:00 Uhr Arbeitsgruppen
    • AG1: Beauftragung und Stellungnahmen der JuHiS (Ernst Blickensdörfer, Stadtverwaltung Ludwigshafen)
    • AG2: Frühe Verteidigerbestellung (Lukas Pieplow, Fachanwalt für Verteidigung im Jugendstrafverfahren)
    • AG3: Videovernehmung und deren Folgen (Andreas Perne, Erster Polizeihauptkommissar, Haus der Jugendrechts Koblenz)
  • 14:00 Uhr Panel zur Novellierung des Jugendgerichtsgesetzes (Lukas Pieplow, Fachanwalt für Verteidigung im Jugendstrafverfahren, Ernst Blickensdörfer, Stadtverwaltung Ludwigshafen, Dr. Stefanie Schollbach, Amtsgericht Koblenz, Simon Braun, Jugendstaatsanwalt, Haus des Jugendrechts Ludwigshafen und Andreas Perne, Erster Polizeihauptkommissar, Haus des Jugendrechts Koblenz)
  • 15:30 Uhr Ergebnisse und Perspektiven
  • 16:00 Uhr Tagungsende

Am 17. September 2018 richtete die Landesgruppe Rheinland-Pfalz den Rheinland-Pfälzischen Jugendgerichtstag 2018 in der Hochschule Koblenz zum Thema

Gefährliche Übergänge – Heranwachsende zwischen den Hilfesystemen

aus.

In der Altersgruppe der Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) bestehen sowohl für die jungen Menschen als auch für die Hilfesysteme besondere Herausforderungen. Die notwendige Kooperation zwischen den Hilfesystemen – z.B. SGB VIII, SGB II, SGB XII, JGG – bietet aber nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren. Fallstricke und Abgründe können junge Menschen zum Abstürzen bringen. Schon die unterschiedliche Benennung der Klienten als „Heranwachsende“, „Junge Volljährige“ oder „Leistungsempfänger unter 25 Jahren“ signalisiert einen jeweils eigenen Blick der verschiedenen Behörden auf junge Menschen. Gefahren lauern vor allem dort, wo sich Institutionen von Intentionen leiten lassen, die nur wenig mit den Bedarfen der jungen Menschen zu tun haben, sondern eher dem empfundenen Kostendruck geschuldet sind.

Die Tagung zieht Bilanz aus unterschiedlichen Perspektiven und diskutiert Lösungsansätze. Besonderes Augenmerk liegt hier auf Arbeitsansätzen, die bewusst über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Hierauf wird sowohl in Plenumsvorträgen als auch in den anschließenden Arbeitsgruppen eingegangen. Eine Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse rundet die Fachtagung ab.

Jugendhilfe total?! Die Wirksamkeit der Jugendhilfe im Jugendstrafverfahren

Die gemeinsame Fachtagung mit dem Landesjugendamt am 26. April 2017 in Worms fand erfolgreich statt.

Was als in kontroverser Tagungsauftakt gesehen werden kann, soll nichts weniger sein als der Start zum Diskurs über die (Un-)Möglichkeit, Wirksamkeit in der Jugendhilfe – hier im Jugendstrafverfahren – empirisch zu fassen. Die Jugendhilfe erhält überwiegend ihre finanziellen Mitteln aus öffentlicher Hand. Auch wenn von dieser Seite – nachvollziehbar oder nicht – die Forderung nach dem Nachweis dessen, was die Jugendhilfe leistet, erhoben wird, stellt sich die fachliche Diskussion über die Wirksamkeit als äußerst kontrovers dar.

Belastbare Untersuchungen fehlen oder aber sind für die Weiterentwicklung der sozialarbeiterischen Praxis nicht hilfreich. Gleichwohl ist das fachliche und politische Interesse an eine wirkungsorientierte Jugendhilfe in den letzten Jahren gestiegen, gleichzeitig fehlt aber eine ernsthafte finanzielle und personelle Unterstützung der Praxis, sich diesem Thema im Theorie-Praxis-Bezug widmen zu können. Die Tagung könnte aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung einen fundierten Beitrag zur Diskussion liefern.

Die Einladung inkl. Programm kann hier nachgelesen werden.

Am 1. Oktober 2015 fand in Kooperation mit dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) der 5. Jugendgerichtstag der DVJJ-Landesgruppe Rheinland-Pfalz zum Thema

Der muss jetzt mal einfahren!?

in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz statt. Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier. Die folgenden Texte sind Auszüge aus dem Transkript der Veranstaltung: