Landesgruppe Bremen der DVJJ

Die DVJJ-Landesgruppe Bremen engagiert sich in Bremen und Bremerhaven für Projekte und Initiativen mit regionalem Bezug, fördert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Professionen und ist unabhängige Vermittlerin zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik.

An der Schnittstelle zwischen Justiz und Sozialem Hilfesystem setzt sich die Landesgruppe für das Zurückdrängen freiheitsentziehender Maßnahmen ein und kämpft für ein breites ambulantes Angebot für straffällig gewordene junge Menschen. Verbesserungen im Jugendstrafvollzug sind ihr ein großes Anliegen.

Unter bestimmten Voraussetzungen vergibt die Landesgruppe Bremen auf Antrag Projektmittel im Rahmen der Jugendstraffälligenhilfe. Den Orientierungsrahmen für die Vergabe von Projektmitteln finden Sie hier.

Die Landesgruppe der DVJJ unterstützt den Arbeitsfonds Bremen, führt Fachtagungen mit regionalem sowie überregionalem Bezug durch und nimmt Stellung zu wichtigen Fragen der Jugendkriminal- und Jugendhilfepolitik. Spenden und Bußgelder werden zielgerichtet in Bremen und Bremerhaven eingesetzt.

Unsere Kontoverbindung:
DVJJ Landesgruppe Bremen, Alexander Ukat
IBAN: DE98 2905 0101 0015 2303 78
Sparkasse Bremen

Die Satzung der LG Bremen finden Sie hier in der aktuellen Fassung.

Kontakt

Sie möchten Fragen, Anregungen oder Wünsche an die Landesgruppe Bremen richten oder haben thematische Anregungen für Fachveranstaltungen? Melden Sie sich jederzeit gerne per Mail: bremen@dvjj.de

Der Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung am 15.05.2024 wurden die nachfolgenden Vorstandsmitglieder gewählt.

Martin Somlev
Vorsitzender
Jugendhilfe im Strafverfahren

Inka Hohenstein-Böhnke
stellv. Vorsitzende
Soziale Dienste der Justiz

Tim Steudel
stellv. Vorsitzender
Täter-Opfer-Ausgleich 

Susanne Haas
Schriftführung
Soziale Dienste der Justiz

Martin Tappe
Kassenwart
Referent der Abteilung Junge Menschen in besonderen Lebenslagen

Judith Soller
Kassenprüfung
Soziale Dienste der Justiz

Carsten Balk
Kassenprüfung
Soziale Dienste der Justiz

weitere Vorstandsmitglieder

Sarah Arndt
Jugendhilfe im Strafverfahren

Frank Böhm
Richter am Amtsgericht

Stefan Brückner
Jugendhilfe im Strafverfahren

Marie Giggel
Freier Träger – Jugendhilfe und Soziale Arbeit gGmbH

Stefanie Glück
Jugendhilfe im Strafverfahren

Zehra Imamoglu
Soziale Dienste der Justiz

Jan Nikolas Möhle
Staatsanwalt

Ute Schwan
Polizei

Vorstandssitzungen

Die Vorstandssitzungen der Landesgruppe Bremen sind öffentlich. Wenn Sie sich über aktuelle Entwicklungen der Jugendkriminalrechtspflege informieren wollen oder unsere Arbeit dazu mitgestalten wollen, dann besuchen Sie uns. Wir freuen uns über ein reges Teilnahmeinteresse.

Die Sitzungen finden, falls nicht anders angegeben, jeweils am dritten Mittwoch im Monat von 16:30 – 18:30 Uhr in den Räumlichkeiten des Bremer Presseclubs (Schnoor 27, 28195 Bremen) statt. Die Tagesordnung der kommenden Sitzung wird jeweils hier vorab veröffentlicht.

Tagesordnung:

  1. Genehmigung des Protokolls vom 15.04.2026
  2. Neues von den Kooperationsstellen
  3. Artikel über die aktuelle Situation des Jugendvollzugs
  4. Veränderung der Trägerlandschaft in der Straffälligenbetreuung in Bremen
  5. Planung Fachtag 2027
  6. Aktuelle Praxis bzgl. der Bearbeitung der polizeilichen Vorabmeldungen
  7. Norddeutscher Austausch (online Format für Mitglieder)
  8. Überlegungen über einen fachlichen Austausch mit dem Rebuz
  9. Verschiedenes

    – Flyer der Landesgruppe

    – Überlegungen zu einer Sitzung im Mai 2027 in BHV

    – Überlegungen zu einer Sitzung im Jugendvollzug

Tagesordnung:

  1. Genehmigung des Protokolls vom 18.02.2026
  2. Neues von den Kooperationsstellen
  3. Rückblick Fachtag am 17.03.2026
  4. Schwerpunktthemen 2026
  5. Aktueller Stand zum JGT in Kassel (24.09.-27.09.2026)
  6. Mitgliederversammlung (voraussichtlich im Mai 2026)
  7. Verschiedenes

Tagesordnung:

  1. Genehmigung des Protokolls vom 21.01.2026
  2. Neues von den Kooperationsstellen
  3. Aktueller Stand zum Fachtag am 17.03.2026
  4. Überlegungen zu den Themen für das laufende Jahr
    – Vollstreckungsleiterreform, Wohnraumübergang, Zeugnisverweigerungsrecht, Stand um den STK, Schulmeidung, Jugendvollzug
  5. Jugendgerichtstag in Kassel vom 24.09.-27.09.2026
  6. Stand zum „Norddeutschen Austausch“ für Fachkräfte und Interessierte
  7. Verschiedenes
    – Erfahrungsaustausch mit Fachkräften aus Riga

Tagesordnung:

  1. Beitrag von Cornelia Barth zum Thema Kürzungen/Schließung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
  2. Genehmigung des Protokolls vom 19.11.2025
  3. Neues von den Kooperationsstellen
  4. Aktueller Stand zum Fachtag am 17.03.2026
  5. Ausblick und (Schwerpunkt-)Themensetzung für das Jahr 2026
  6. Verschiedenes
    – In Niedersachsen und Bremen werden am häufigsten gegen Jugendliche wegen Schuldmeidung Arreststrafen vollstreckt
    – Norddeutscher fachlicher Austausch für Mitglieder und Interessierte- Öffentliche Vorstandssitzung in Bremerhaven

Tätigkeitsberichte

Veranstaltungen der Landesgruppe Bremen

Kommende Veranstaltungen

Austausch Nord

29. Juni 2026, 18:30 bis 20:00 Uhr online per Zoom.

Am ersten Online-Treffen der Veranstaltungsreihe haben ca. 70 interessierte und engagierte Kolleginnen und Kollegen teilgenommen. Die durchaus positive und vor allem überregionale Resonanz gab Anlass, noch in diesem Halbjahr ein weiteres Online-Treffen zum Thema „Arbeitsweisungen“ anzubieten.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Vergangene Veranstaltungen

Start der Veranstaltungsreihe Austausch Nord

20. April 2026, 18:30 – 20:00 Uhr

Die DVJJ-Landesgruppen aus Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern und die Regionalgruppe Nord der DVJJ für Hamburg und Schleswig-Holstein laden gemeinsam zu einem regelmäßigen digitalen Austausch ein. Die Veranstaltungsreihe bietet eine Plattform für den fachlichen Austausch rund um Themen des Jugendstrafrechts. Im Fokus stehen die unterschiedlichen Herangehensweisen und Erfahrungen in den einzelnen Bundesländern des Nordens.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Fachtag der Landesgruppe Bremen der DVJJ: Strafrechtliche Verantwortlichkeit und Medienpädagogische Herausforderungen – Zwei Themen, ein Fachtag

Am 17.03.2026 hat der Fachtag „Strafrechtliche Verantwortlichkeit und medienpädagogische Herausforderungen“ in der Arbeitnehmerkammer in Bremen stattgefunden. An dieser Veranstaltung haben rund 90 Personen aus der regionalen, aber auch überregionalen Fachöffentlichkeit teilgenommen. Das Programm hat zwei spannende Vorträge, gehalten von Frau Prof. Dr. Kemme (Universität Münster) und Herrn Kevin Meinel (Initiative Medienbildung Vogtland), zu den aktuellen Themen angeboten, welche auf großes Interesse gestoßen und zu einer wertvollen Diskussion beigetragen haben. In den Pausen haben sich bei Kaffee und Brötchen zusätzliche Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung ergeben.

Die durchweg positive Resonanz seitens der Teilnehmenden hat die Relevanz der behandelten Themen sowie die gelungene Organisation des Fachtags unterstrichen. Die DVJJ-Landesgruppe Bremen wie auch die Fachkräfte konnten wertvolle Impulse für ihre tägliche Arbeit mit den jungen Menschen mitnehmen.

Drei Jahre EU-Richtlinie (2016/800) in Kraft. Wir machen schon alles richtig?! Status Quo in Bremen!

Die Veranstaltung fand am 15. Juni 2023 von 9:30 Uhr bis 13:30 Uhr im Presseclub im Schnoor statt.

Die Teilnehmenden setzten sich aus den Berufsgruppen der Verfahrensbeteiligten in einem Jugendstrafverfahren und der interessierten (Fach)Öffentlichkeit zusammen.

Wir danken Frau Dr. Astrid Podsiadlowski (FRA, Wien) und Herrn Dirk Lampe (DJI) herzlichst für die spannenden und informativen Vorträge und die angeregte Diskussion. Herzlichen Dank geht an Frau Drolshagen für die professionell geführte Moderation. 

Fair(trauen)schützen – Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit?

28. November 2019
Referent: Michael Leinenbach

Unstreitig beeinflusst die Qualität der Beziehung zwischen Sozialarbeitenden und ihren Klient*innen den Erfolg einer sozialarbeiterischen Intervention. Zentrales Qualitätsmerkmal hierfür ist Vertrauen. Aus diesem Grund gibt es umfangreiche Regelungen in den Sozialgesetzbüchern zum Vertrauensschutz.
Diese Regelungen können durchaus dem Strafverfolgungsinteresse entgegenlaufen. Resultat sind nicht selten Konflikte zwischen Strafverfolgungsbehörden, Gerichten und dem Feld der Sozialen Arbeit.

Herr Leinenbach wird in seinem Fachvortrag auf die Rolle der Sozialen Arbeit innerhalb sich verändernden Gesellschaften, mit deren politisch starker Orientierung auf Ordnung und Sicherheit eingehen. Die Debatte um ein Zeugnisverweigerungsrecht für den Berufstand der Sozialen Arbeit ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Der Fachvortrag soll mit einer Länge von etwa 1 ½ Stunden seinen Beitrag dazu leisten, dass dieses Thema auch in Bremen wieder fachlich diskutiert und bewertet wird. Diese Diskussion sollte im Anschluss an den Vortrag berufsgruppenübergreifend und gerne auch kontrovers angestoßen werden.

Genau hinschauen! – Jugendliche und prekäre Lebenslagen

14. Oktober 2011

Dita Simon-Peters
Institut für interdisziplinäre Forensik, Oldenburg
Frau Simon-Peters ist Diplompsychologin und als Gutachterin auch für Bremer Gerichte tätig.
Sie befasste sich in ihrem Vortrag mit der Frage, ob sich besondere psychologisch/psychiatrische Merkmale und Verhaltensweisen bei mehrfach auffälligen Straftätern rückblickend im Entwicklungsverlauf feststellen lassen und welche Folgerungen daraus für die Praxis herzuleiten sind.

Erster Praxisbericht: Jockel Guba
Projekt Kipsy – Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle Bremen

Dr. Sabrina Hoops
Jugendinstitut München
Sabrina Hoops ist Diplompädagogin und wissenschaftliche Referentin mit dem Schwerpunkt Kinder – und Jugendkriminalprävention.
Der Beitrag griff Ergebnisse einer Follow-up-Studie mit 24 straffällig gewordenen Kindern und ihren Eltern auf, deren Fokus auf das kindliche Delinquenzverhalten, respektive auf darauf bezogene Bearbeitungsprozesse gerichtet war. Mit dem Augenmerk auf die Einbindung der Rolle der Peers in den familialen Aushandlungen wird ein Aspekt in den Blick genommen, der die Bearbeitungschancen für jugendliches Delinquenzverhalten maßgeblich mitbestimmt.

Zweiter Praxisbericht: Dr. Frank Lüthe
Aufsichtsführender Richter am Amtsgericht Bremen-Blumenthal und ehemaliger Leiter des Jugendstrafvollzuges der JVA Bremen

Kristina Lehfeld
Universität Giessen
Frau Lehfeld ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug der Justus–Liebig Universität.
Mehrfach- und Intensivtäter haben häufig Defizite und Probleme in verschiedensten Bereichen. Frau Lehfeld berichtet über eine empirische Studie, die aktuelle Präventionsprogramme dahingehend untersucht hat, ob und wie die Bearbeitung dieser Problembereiche in den einzelnen Konzepten berücksichtigt werden.

Dritter Praxisbericht: Cornelia Zwetsch
Berufspädagogische Beratungsstelle und u.a. zuständig für die Werkstattschule Bremerhaven.

Fällt die soziale Verantwortung in der Jugendkriminalrechtspflege der Ökonomie zum Opfer?

11. und 12. Mai 2001

Veranstaltungsort: Schütting, Am Markt, 28195 Bremen
Begrüßung durch Bürgermeister Henning Scherf und Senatorin Hilde Adolf
Mit Beiträgen von Bernd Rein, Rudolf Hickel (Bremen), Manfred Kappeler (Berlin), Michael Schwarz (Bremen), Michael Lindenberg (Hamburg),
Joachim Walter (Adelsheim)

Fällt die soziale Verantwortung in der Jugendkriminalrechtspflege der Ökonomie zum Opfer?

25. und 26. April 1997

Veranstaltungsort: Schütting, Am Markt, 28195 Bremen
Begrüßung: Bürgermeister Henning Scherf und Senatorin Christine Wischer
Beiträge von Bernd Rein, Klaus Hurrelmann (Bielefeld), Lorenz Böllinger (Bremen), Hartmut Pfeiffer (Hannover), Arno Pilgram (Wien)

Stellungnahmen, Infos und Projektförderungen der Landesgruppe Bremen

Infos und Stellungnahmen

Im Rahmen des European Union Recovery and Resilience Facility investment project 3.1.1.2.i. „Strengthening Municipal Capacity to Improve Operational Efficiency and Quality“ war eine 23-köpfige lettische Delegation der Riga Planning Region (RPR) vom 24. bis 27.Februar 2026 zu Gast in Bremen. Die lettischen Gäste kamen aus neun Kommunen in der Riga Planning Region, insbesondere aus dem Bereich Soziale Arbeit, aus kommunalen Strukturen und dem Bildungssektor.

Ziel war ein Erfahrungsaustausch mit Bremer Akteuren zu bewährten Verfahren in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Mental Health Herausforderungen.

In Bremen wurden an zwei Programmtagen Einblicke in unterschiedliche Themenfelder gewährt und anhand von Inputs vielfältige Themen diskutiert. Ein besonderes Interesse der Gäste war ebenso, inwieweit die Einbindung der Familien oder gesetzlichen Vertreter:innen in den einzelnen Maßnahmen gewährleistet werden kann. Einer der Vorträge wurde von Martin Somlev, Vorsitzender der DVJJ-Landesgruppe Bremen gehalten.

Weitere Informationen über den Besuch der lettischen Delegation in Bremen können Sie hier nachlesen.

Stellungnahme der DVJJ-Landesgruppe-Bremen zur Prüfung der Verlagerung des Jugendstrafvollzugs von Bremen nach Hameln

An der Verfassung der Stellungnahme Beteiligte: Vertreter:innen des Jugendgerichts, der Staatsanwaltschaft, der sozialen Dienste der Justiz, der Jugendhilfe im Strafverfahren, der freien Träger der Kinder- und Jugend-, der Drogen- und Straffälligenhilfe

Die DVJJ-Landesgruppe Bremen fordert den Verbleib des Jugendstrafvollzugs in Bremen.

In der DVJJ-Landesgruppe Bremen engagieren sich unterschiedliche Berufsgruppen aus dem Jugendgerichtsverfahren mit dem Ziel die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Die DVJJ-Landesgruppe Bremen versteht sich als unabhängiger Fachverband aus Praxis, Wissenschaft und Politik.

Aktuell wird durch die Senatorin für Justiz und Verfassung in Bremen die Verlagerung des Jugendstrafvollzugs aus Bremen in eine niedersächsische Vollzugsanstalt geprüft. Verhandlungspartner der Behörde ist die Justizvollzugsanstalt in Hameln.

Ein Umzug nach Hameln hätte aus unserer fachlichen Sicht weitreichende negative Folgen für eine gelingende Resozialisierung der jungen Menschen in Haft, aber auch für das Land Bremen als eigenständiges Bundesland im Hinblick auf eine effiziente und selbstbewusste Gestaltung der Sozialwirtschaft.

Die vollständige Stellungnahme kann hier eingesehen werden.

Warum sich die DVJJ-Landesgruppe Bremen für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit einsetzt

Die Deutsche Vereinigung der Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen ist Deutschlands Fachverband für die Jugendkriminalrechtspflege. Die DVJJ fördert die Zusammenarbeit der am Jugendstrafverfahren beteiligten Professionen und fungiert als unabhängiges Beratungsorgan für kriminalpolitische und praxisrelevante Fragestellungen.

Der Verband hat rund 1.500 Mitglieder aus allen Berufsgruppen, die am Jugendstrafverfahren beteiligt sind oder die sich wissenschaftlich mit den Themen Jugenddelinquenz und Jugendkriminalrechtspflege befassen. Die DVJJ wurde schon vor der Einführung des Jugendgerichtsgesetzes im Jahre 1923 gegründet, sie ist seit gut 100 Jahren aktiv.

Sie könnten sich nun die Frage stellen, womit sich der Verein aktuell beschäftigt. Seit der Einführung des Jugendgerichtsgesetzes im Jahre 1923 müsste doch annähernd jedes Thema umfänglich beforscht und besprochen worden sein. Die gesetzliche Maßgabe, dass auf strafrechtliche Verfehlungen Jugendlicher und Heranwachsender anders zu reagieren ist, als bei Erwachsenen – sollte doch inzwischen allen einleuchten.

Leider ist das so nicht der Fall. – Ein paar Beispiele –
  • Die Anwendung und Auslegung des Jugendgerichtsgesetzes ist bundesweit weiterhin sehr uneinheitlich – eine Angleichung scheint nicht in Sicht.
  • Annähernd nach jedem Fall, in dem Jugendliche oder Heranwachsende eines schweren Verbrechens beschuldigt werden und der die mediale Aufmerksamkeit erregt, werden die immer gleichen Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts, einer Herabsetzung der Strafmündigkeit oder der zwingenden Anwendung des Erwachsenenstrafrechts mit Erreichen des 18. Lebensjahres oder gar deren Herabsetzung laut.

Das Jugendstrafrecht steht auch aus anderen Gründen unter Druck: So wurde das JGG allein in den letzten 2-3 Jahren beim Erlass neuer oder der Änderung bestehender Gesetze mehrfach ganz übersehen oder falsch eingeschätzt.

  • So wird das Gesetz zur Vermögensabschöpfung, eigentlich verabschiedet um der Mafia, der Clankriminalität aber auch der Vorteilsnahme im Aktienhandel oder in Korruptionsfällen entgegenzuwirken, in fast allen Bundesländern auch auf Jugendliche und Heranwachsende angewendet. Mit der Auswirkung, dass junge Menschen – oftmals schon vor Erreichen der vollen Geschäftsfähigkeit – so hoch Verschuldet sind, dass sie dieses Geld in ihrem bevorstehenden Arbeitsleben kaum erwirtschaften werden.
  • So wird eine EU-Richtlinie zu Verfahrensgarantien für Minderjährige mit monatelanger Verspätung in deutsches Recht umgesetzt weil die Verantwortlichen glaubten, die Inhalte kämen in Deutschland aufgrund des bestehenden JGG schon lange zur Anwendung. Dabei gehen die Anforderungen der Richtlinie weit über die bisherige Praxis hinaus.
  • So werden Polizeigesetze, Gesetzte zu den neuen Medien und zur Sicherheit im Internet geändert, ohne dass sich jemand darüber Gedanken zu machen scheint, wie mit jungen Menschen umzugehen sein wird, die diese übertreten.

Nach dem JGG soll auf Verfehlungen von Jugendlichen und Heranwachsenden, wann immer es noch erfolgversprechend erscheint, pädagogisch reagiert werden.

An die Methodik der pädagogischen Interventionen und in die Fähigkeiten der agierenden Sozialpädagog *innen werden große Hoffnungen und Ansprüche gesetzt. Sie sollen innerhalb kürzester Zeit das Vertrauen der jungen Menschen erwerben, die Punkte erkennen an denen sie eine potentielle Veränderungsbereitschaft zeigen und ggf. schnelle, vorzeigbare Ergebnisse der erfolgten Arbeit präsentieren.

Weil der Gesetzgeber der Sozialpädagogik / oder vielleicht auch den agierenden Sozialpädagog*innen anscheinend nicht so richtig über den Weg traut, hat er den Juristen „sicherheitshalber“ das Recht eingeräumt, diese ggf. in den Zeugenstand zu zitieren und so eine umfängliche Einlassung zu Details zu erzwingen, die im Hinblick auf den Vertrauensschutz und eine weitere produktive Zusammenarbeit mit den Klient*innen vielleicht verschwiegen würden.

Stefan Brückner
Vorsitzender der DVJJ-Landesgruppe Bremen

Corona-Schutz-Kurs als Alternative zum Bußgeld

Bremen macht den jungen Menschen ein Angebot

November 2020

Nicht nur in Bremen fällt auf, dass die jungen Menschen sehr bemüht sind, die neuen Regeln einzuhalten. Gleichwohl kommt es natürlich auch durch sie zu Regelübertretungen aus Unkenntnis, Frust aber auch als jugendtypisches Zeichen der Rebellion. Ein gesetzlich vorgesehenes Instrument zur Ahndung solcher Verstöße sind Bußgelder nach Maßgabe der Corona-Rechtsverordnung. In Hinblick auf Jugendliche und Heranwachsende, die in aller Regel nicht über ein eigenes, regelmäßiges oder planbares Einkommen verfügen, verfehlen Geldstrafen und Bußgelder jedoch in vielfacher Hinsicht das Ziel.

Von Seiten aller Professionen, die in Bremen mit der Jugendstrafrechtspflege befasst sind, wurde über Alternativen zum Bußgeld nachgedacht.

Im Ergebnis wurde von zwei in der Jugendstrafrechtspflege tätigen Trägern ein Bildungsangebot mit dem Namen „Infektionsschutzkurs“ entwickelt, das im angefügten Papier kurz skizziert wird. Die erfolgreiche Teilnahme ersetzt das verhängte Bußgeld, das dann, einschließlich der Verwaltungsgebühren, nicht weiter vollstreckt wird. Die Finanzierung der zeitlich begrenzten Maßnahme wird vom Senator für Inneres im Rahmen von Projektmitteln der Kriminalprävention getragen.

Eine ausführliche Beschreibung des Bildungsangebotes finden Sie hier.

Positionspapier der DVJJ-Landesgruppe-Bremen zu Unterbringung Heranwachsender in der Forensischen Psychiatrie

Wird ein jugendlicher oder heranwachsender Täter zu einer Haftstrafe verurteilt, so ist nach dem JGG zwingend sichergestellt, dass er bis zu seinem 24. Lebensjahr in Jugendstrafhaft mit entsprechendem erzieherischen Konzept verbleibt.

Da sich im JGG keine entsprechende Regelungen für die forensische Unterbringung Heranwachsender findet, werden diese in der Regel mit Vollendung des achtzehnten Lebensjahres – in die Erwachsenenforensik verlegt, wo ihnen ein erzieherisches Konzept nicht angeboten wird und eine Trennung von (deutlich) älteren Patienten nicht gewährleistet ist. Damit kommen gerade die allerschwächsten der jungen Straftäter neben ihrer medizinischen Behandlung nicht in den Genuss des erzieherisch gebotenen Konzepts.

Alle Akteure im Jugendstrafverfahren, Staatsanwaltschaft, Gerichte, Soziale Dienste und Krankenhäuser sowie die Fachöffentlichkeit sind aufgefordert, den Maßregelvollzug stets als ultima ratio zu betrachten und und Alternativen aufzuzeigen – etwa im Bereich von Hilfen zur Erziehung, medizinischer und psychologischer Behandlung.

Die DVJJ e.V. – Landesgruppe Bremen – fordert die gesetzgebenden Organe auf, umgehend eine explizite gesetzliche Neuregelung auf den Weg zubringen und die Notwendigkeit besonderer Angebote für diese Klientel zu verdeutlichen.

Die ausführliche Begründung dieser Position finden Sie hier.

Reform der Vermögensabschöpfung und Jugendstrafrecht – Position der DVJJ-Landesgruppe Bremen

Die DVJJ e.V. – Landesgruppe Bremen – fordert die gesetzgebenden Organe auf, umgehend eine explizite gesetzliche Neuregelung auf den Weg zubringen, um die Einziehung als Nebenfolge im Strafverfahren generell –oder zumindest unter bestimmten Voraussetzungen – aus dem Anwendungsbereich des JGG auszunehmen.
Den Grundgedanken der Einziehung („Straftaten dürfen sich nicht lohnen“ und „Dem Täter den verursachten Schaden vor Augen zu führen, ist erzieherisch wichtig“) kann und sollte – wie schon jetzt – im Rahmen der im JGG vorgesehenen Reaktionsmöglichkeiten Rechnung getragen werden. Zivilrechtliche Ansprüche würden durch eine solche Ausnahme selbstredend nicht berührt werden.

Die DVJJ – Landesgruppe Bremen – fordert Staatsanwaltschaft und Gerichte im Lande Bremen auf, bei der Anwendung der §§ 73ff StGB strikt nach erzieherischenGesichtspunkten vorzugehen und dementsprechend regelhaft gem. § 435 StPO und § 421 StPO von einerVermögensabschöpfung abzusehen.

Alle Akteure im Jugendstrafverfahren und die Fachöffentlichkeit sind hier gefordert, jeweils im konkreten Fall auf eine solche Vorgehensweise hinzuwirken, in der Diskussion auf entsprechende Fallkonstellationen hinzuweisen, und den gesetzgeberischen Nachbesserungsbedarf zu verdeutlichen.

Die ausführliche Begründung dieser Position finden Sie hier.

Straffällige junge Menschen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind – Zwischenbilanz der DVJJ Landesgruppe Bremen

In Bremen fällt, seit mindestens einem Jahr, eine zahlenmäßig kleine Gruppe von überwiegend sehr jungen, aus den Maghreb-Staaten stammenden Jugendlichen und Heranwachsenden auf, die fortgesetzt, teils massive, Straftaten begehen.
Die jungen Menschen, die als Flüchtlinge, oft über mehrere Länder / Stationen nach Bremen gekommen sind, zeigen sich von polizeilichen sowie strafrechtlichen Reaktionen weitgehend unbeeindruckt und scheinen von den derzeitigen Hilfsangeboten der Jugend- und Straffälligenhilfe nicht erreichbar.
Unter dem Druck einer hohen Medienpräsenz sowie unter Opferschutzgesichtspunkten steht, von Seiten der Politik, der Aufbau einer geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung zur Diskussion. Man will sich entschlossen und handlungsfähig zeigen…

Es wird Zeit, die bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse, die die DVJJ Landesgruppe Bremen in vielen Gesprächen und Sitzungen zusammengetragen hat, zu fixieren und zum Gegenstand eines gemeinsamen Vorgehens zu machen.
In den Diskussionen darüber, wie dem Problem mit der zahlenmäßig kleinen Gruppe zumeist sehr junger, straffälliger Flüchtlingen begegnet werden kann, wurden schon eine Reihe von Punkten beleuchtet, Diagnosen und Lösungsvorschläge in den Raum gestellt.
Wahrscheinlich wären wir als DVJJ Landesgruppe heute um einiges weiter und einiger, wenn wir zuvor einen Schritt zurückgetreten wären und uns darüber verständigt hätten, wofür wir uns als DVJJ – Landesgruppe zuständig fühlen und zu welchen Fragestellungen wir als Experten Stellung nehmen können.

Die ausführliche Zwischenbilanz finden Sie hier.

Anmerkungen zum Senatsentwurf für ein Jugendstrafvollzugsgesetz unter Verweis auf die Mindeststandards für den Jugendstrafvollzug

Gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern forderte die DVJJ-Bremen Mindeststandards für ein BremJStVollG. Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

Anmerkungen zum Senatsentwurf für ein Jugendstrafvollzugsgesetz unter Verweis auf die Mindeststandards für den Jugendstrafvollzug

Fachleute der Jugendstrafrechtspflege kritisieren die Pläne des Justizsenators den Jugendvollzug nach Hameln zu verlegen. Die ausführliche Pressemitteilung finden Sie hier.

Arbeitspapier zur Situation in der Jugendstrafanstalt Blockland

Den ausführliche Bericht finden Sie hier.

Ausweitung der Haftkapazitäten des Jugendvollzuges um 80 Plätz

Die vollständige Presseerklärung finden Sie hier.

Projektförderungen

  • 2025

     

    Theaterkollage mit Insassen der Jugendvollzugsanstalt Bremen

    Hoffnung ist das Band zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte. Sie lebt nicht in der Gewissheit, sondern im Dazwischen. Hoffnung ist der Glaube an Veränderung, Heilung oder Verbesserung, ohne die Garantie, dass es auch tatsächlich so kommt. Auf den Spuren der Hoffnung erarbeiteten Insassen der Jugendvollzugsanstalt Bremen unter der Leitung der Wilden Bühne Bremen e.V. eine fantastische Theaterkollage aus Schauspiel, Tanz und Musik.

    Ein Projekt des Vereins Bremische Straffälligenbetreuung in Kooperation mit Wilde Bühne Bremen e.V. sowie der JVA Bremen.
    Unterstützt durch die Bremische Kinder- und Jugendstiftung, die DVJJ Landesgruppe, die Sparkasse Bremen AG sowie die Waldemar-Koch-Stiftung.

    Es war eine tolle, gut besuchte Aufführung. Einen ausführlichen Bericht des Verein Bremische Straffälligenbetreuung finden Sie hier.

  • 2019

     

    Theaterstück „Heimvorteil“ von und mit jungen Gefangenen

    Ende August 2019 hatte die DVJJ-Landesgruppe-Bremen beschlossen, ein weiteres Theaterprojekt in der JVA Bremen in Höhe von 2000.-€ zu fördern. Der Verein Bremische Straffälligenbetreuung ermöglicht in enger Zusammenarbeit mit der JVA Bremen verschiedenste Projekte für und mit jungen Gefangenen und kann in 2020 auf 20 Jahre Theaterarbeit in der JVA zurückblicken.

    Die praktische Arbeit mit den Gefangenen am aktuellen Stück startete im Januar 2020. Die Regisseure Alexander Hauer und Felix Reisel sind im Januar 2020 (wie in den vergangenen Jahren auch) wieder ohne inhaltliche Vorüberlegung in die Begegnung mit der neuen Teilnehmergruppe gegangen. Die ersten vier Proben dienten als eine Art „Grundausbildung für die Bühne“. Arbeit an Stimme und körperlichem Ausdruck, Präsenz und Fokussierung, Wahrnehmung des Raumes und der Ensemblemitglieder – um den Grundstein dafür zu legen, dass das Ensemble zu einem Team zusammenwachsen kann und sich in der Ausnahmesituation der Aufführung vertraut und unterstützt.

    Die Spieler thematisieren in den Stückentwicklungen immer den Ort, an dem sie sich befinden und ihre tatsächliche Lebenssituation. Ganz bewusst wurden keine Stückvorlage aus der Theaterliteratur ausgewählt. Im Vergleich zu professionellen Schauspielern bestünde für die Teilnehmer sonst die Gefahr vom Publikum als defizitär wahrgenommen zu werden. Durch die Expertise in ihren Themen und ihre Authentizität lassen sie das Publikum intensiv in eine fremde Welt eintauchen. Die Regisseure setzen auf die poetische Kraft der persönlichen Gedanken und Geschichten und erarbeiteten mit den Teilnehmern ein Stück, dass ihren Stärken entspricht und in dem sie die Möglichkeit haben sich positiv zu präsentieren.

  • 2019

     

    Kryptonit ― Ein Theaterstück von und mit jungen Gefangenen

    Die vorhandenen Bedingungen und Räumlichkeiten in der Jugendhaft sind alles Andere als ideal für die Veranstaltung eines Theaterprojektes. Trotzdem oder gerade deshalb reizt es die Theaterregisseure Alexander Hauer und Felix Reisel jedes Mal wieder, zusammen mit jungen Gefangenen der JVA Bremen ein Theaterstück zu entwickeln und aufzuführen.

    Die jugendlichen Schauspieler sind die Ideengeber der Stücke, die nahe an ihrer Biografie, Lebenswelt und ihren Träumen entwickelt werden. Die Regisseure erarbeiten die Stücke mit ihnen über einen Zeitraum von etwa 3 Monaten.

    Das Highlight dieser Arbeit ist die abschließende Aufführung in den Räumen der Haftanstalt vor etwa 60 Besuchern. Nach der Aufführung haben die Besucher_Innen die Möglichkeit, sich noch etwas mit den Schauspielern, Regisseuren, Veranstalter_Innen und Unterstützer_Innen auszutauschen.

    In 2019 förderte die DVJJ Landesgruppe Bremen dieses außergewöhnliche Projekt mit einer Zuwendung in Höhe von 2500€.

  • 2017

     

    Zuschuss zum Kochprojekt des Förderkreis des Jugendvollzugs in Bremen e.V.

    Zurzeit setzt sich der Verein „Förderkreis des Jugendvollzugs in Bremen e.V.“ aus Mitarbeiter*innen des Jugendvollzuges und der Bewährungshiife, Lehrer*innen der JVA Bremen und Mitgliedern des Anstaltsbeirats zusammen.

    Da einige Vollzugsbedienstete und ehrenamtliche Vollzugshelfer des Vereins vor Ort aktiv sind, kennen sie Bedarfe der jungen Menschen im Jugendvollzug aus erster Hand und organisieren Hilfen, die das Leben in Haft erleichtern und Benachteiligung einzelner Insassen kompensieren sollen.

    Die DVJJ Landesgruppe Bremen bezuschusste im Oktober 2017 ein Kochprojekt des Förderkreis des Jugendvollzugs in Bremen e.V. mit 3060€. Von dieser Summe wird der Förderverein des Jugendvollzugs e.V. Lebensmittel sowie Koch- und Filmvorführutensilien beschaffen, da die JVA für das regelmäßig stattfindende Kochprojekt keinen Etat hat.

  • 2017

     

    Zuschuss zum Bremer Arbeitsfonds

    Die DVJJ Landesgruppe Bremen bezuschusste im Oktober 2017 den Bremer Arbeitsfonds mit 2000€. Aus dem Arbeitsfonds können kleinere Entschädigungen an Opfer von Delikten ge-zahlt werden, die von Jugendlichen und Heranwachsenden begangen wurden, die über ein geringes Einkommen verfügen und eine angemessene Eigenleistung in Form gemeinnütziger Arbeit erbracht haben.

  • 2017

     

    Zuschuss zum Theaterprojekt im Jugendvollzug der JVA Bremen

    Im Unterschied zu den vergangenen Jahren werden die Professionellen 2017 ohne inhaltliche Vorüberlegung in die Begegnung mit der neuen Teilnehmergruppe gehen.

    Die ersten vier Proben werden für eine Art „Grundausbildung für die Bühne“ genutzt. Arbeit an Stimme und körperlichem Ausdruck, Präsenz und Fokussierung, Wahrnehmung des Raumes und der Ensemblemitglieder – und den Grundstein legen, dass das wahrscheinlich heterogene Ensemble zu einem Team zusammenwachsen kann, dass sich in der Ausnahmesituation der Aufführung vertraut und unterstützt. In Gesprächsformaten werden die Professionellen die Themen und Standpunkte der Teilnehmer kennen lernen und versuchen, das Thema der Inszenierung „heraus zu hören“. Aus dieser Herangehensweise soll sich eine hohe Identifikation der Teilnehmer mit dem Ergebnis und eine große Offenheit für die Begegnung mit den jugendlichen Gefangenen ergeben.

    Die Spieler thematisieren in ihren Stückentwicklungen immer den Ort, an dem sie sich befinden, und ihre tatsächliche Lebenssituation. Ganz bewusst wird keine Stückvorlage aus der Theaterliteratur ausgewählt. Im Vergleich zu professionellen Schauspielern bestünde für die Teilnehmer dabei die Gefahr vom Publikum als defizitär wahrgenommen zu werden. Durch die Expertise in ihren Themen und ihre Authentizität lassen sie das Publikum intensiv in eine fremde Welt eintauchen. Die Stückentwickler setzen auf die poetische Kraft der persönlichen Gedanken und Geschichten und erarbeiten mit den Teilnehmern ein Stück, dass ihren Stärken entspricht und in dem sie die Möglichkeit haben sich positiv zu präsentieren.

    Träger:
    Verein Bremische Straffälligenbetreuung in Kooperation mit OpusEinhundert gUG
    Theaterpädagogische Arbeit und Regie: Alexander Hauer und Felix Reisel
    Aufführung(en): August-November 2017
    Projekt-Ende: November 2017

  • 2016

     

    Zuschuss zur Entwicklung und Durchführung eines schulischen Präventionsprojektes

    Nach teils sehr konträr geführter Diskussion, unterstützt die DVJJ Landesgruppe Bremen ein schulisches Präventionsprojekt mit einem Zuschuss in Höhe von 1000.-€. Als Zielgruppe werden männliche Jugendliche aus der Region Bremen-Nord im Alter zwischen 14 und 17 Jahren benannt, die vermeindlich am Rande einer kriminellen Karriere stehen oder bereits straffällig geworden sind. Der Zuschuss wurde vom Schulverein der Bremer Gerhard-Rohlfs-Oberschule beantragt. Gefördert wird ein für 2017 geplantes Projekt, dass in Kooperation zwischen dem ReBUZ Bremen-Nord, der Gerhard-Rohlfs-Oberschule, der Strafvollzugsanstalt Oslebshausen, der Bremer Polizei und dem Verein GhJ durchgeführt werden soll.

  • 2016

     

    Zuschuss zur Anschaffung eines Outdoor Sportgerätes auf der Außenanlage der Justizvollzugsanstalt Bremen

    Auf Antrag der JVA beteiligt sich die DVJJ Landesgruppe Bremen mit einem Zuschuss in Höhe von 1000.-€ an der Anschaffung eines Outdoor Sportgerätes.

    Das barrenähnliche Gerät wird den Jugendgefangenen eine zusätzliche Möglichkeit zur Freizeitgestaltung im sportlich-gesundheitlichen Bereich bieten. Eine fachgerechte Heranführung an das Gerät wird durch einen Sportbetreuer der JVa gewährleistet.

  • 2016

     

    Zuschuss für die Instandsetzung des Daches vom Tiergehege der Justizvollzugsanstalt Bremen mit Jugendgefangenen

    Auf dem Gelände des Jugendvollzugs der JVA Bremen wird von den jugendlichen und heranwachsenen Gefangenen ein kleines Tiergehege betrieben.

    Da für den Betrieb und den Unterhalt dieses pädagogischen Angebots keine Haushaltsmittel vorgesehen sind, dass Dach des Geheges aber dringend saniert werden muss, hat sich die DVJJ- Landesgruppe Bremen entschieden, Materialkosten in Höhe von 1310€ zu übernehmen. Die handwerklichen Arbeiten werden, zusammen mit jugendlichen Gefangenen, in Eigenleistung erbracht werden.

    Die DVJJ-Landesgruppe wünscht den Betreibern des Geheges ein baldiges und gutes Gelingen.

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