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Das sogenannte „Verantwortungsverfahren“: keine sinnvolle Strategie im Umgang mit Anstiegen bei wegen Gewaltdelikten tatverdächtigen Strafunmündigen!

Positionspapier / 9. Januar 2026

Das sogenannte „Verantwortungsverfahren“: keine sinnvolle Strategie im Umgang mit Anstiegen bei wegen Gewaltdelikten tatverdächtigen Strafunmündigen!

Die CSU hat auf ihrer Klausurtagung im Januar 2026 die Forderung nach einem sogenannten „Verantwortungsverfahren“ für Kinder unter 14 Jahren aufgestellt. Steigenden Zahlen registrierter tatverdächtiger Kinder soll mit einer besonderen Art jugendgerichtlichen Verfahrens begegnet werden.

Der Vorstand und die Geschäftsführung der DVJJ haben in einem Positionspapier Stellung bezogen.

Kriminalitätszahlen sind immer differenziert zu betrachten und sehen je nach Auswahl und Zusammenstellung verschieden aus. Im Einzelnen sind die Zahlen uneinheitlich, aber es trifft zu, dass in den letzten Jahren im Hell- und Dunkelfeld Anstiege bei Gewalttaten durch strafunmündige Kinder zu verzeichnen sind. Wichtig ist aber auch festzuhalten: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet nach einer langen Phase zurückgehender Zahlen einen Tiefstand in 2015. Seitdem sind − abgesehen von Sondereffekten der Pandemie − Anstiege zu beobachten. Zuvor, seit Anfang 1990er Jahre bis etwa zur Jahrtausendwende, gab es ebenfalls starke Anstiege, dann eine Phase der Stabilität hin zu deutlichen Rückgängen seit etwa 2008. Wir haben es demnach mit einer Art Wellenbewegung zu tun. Auch wissen wir, dass Anstiege dazu tendieren, sich für eine gewisse Zeit selbst zu verstärken, weil gestiegene Aufmerksamkeit mehr Fälle im Hellfeld auftauchen lässt.

Wichtig zu beachten ist weiterhin, dass Kinder nur rund 7 % der Tatverdächtigen wegen Gewaltdelikten ausmachen, wir reden über rund 13.700 Fälle im Jahr 2024 bundesweit. Das sind wie immer im Hellfeld Verdachtsfälle, die sich nicht alle erhärten. Auch bei anderen Altersgruppen, insbesondere auch bei den Erwachsenen mittleren Alters, zeigen sich erhebliche Anstiege. Es handelt sich bei den Anstiegen nicht um ein Phänomen, das allein Kinder betrifft!

Unabhängig davon, dass die aktuellen Zahlen nur begrenzt aussagekräftig sind und zu beobachtende Anstiege sicher auch mit verstärkter Aufmerksamkeit für Delikte junger Menschen zusammenhängen, verdienen alle Heranwachsenden, alle Jugendlichen und jedes Kind, das strafbare Handlungen begeht, Aufmerksamkeit im Sinne einer Ursachensuche, auch um die Zahlen wieder zu senken.


Hier finden Sie das vollständige Positionspapier des Vorstands und der Geschäftsführung der DVJJ.