Restorative Justice mit Jugendlichen – Täter-Opfer-Ausgleich im JGG – Hannover

10. Februar 2021

Datum der Veranstaltung:
10. Februar 2021

Veranstaltungsort:
ZEB Stephansstift, Kirchröder Str. 44, 30625 Hannover

Anmeldeschluss:
22/12/2020

Teilnahmegebühr:
EUR 160,- inkl. Verpflegung (EUR 130,- für DVJJ-Mitglieder)

Veranstaltungsnummer:
V 21/01

Viele Straftaten führen zu Verletzungen von Menschen und zerstören Beziehungen. Angebote von Mediation in Strafsachen, die gängigste Praktik einer Restorative Justice (RJ), ermöglichen den Beteiligten, den durch die Straftat entstandenen Konflikt und dessen Folgen selbstbestimmt zu klären. Die Mediation geschieht unter Einbeziehung von allparteilichen Vermittler*innen. Diese sorgen für einen sicheren Rahmen, der den Beteiligten eine aktive Rolle und größtmögliche Partizipation gewährleistet. Täter*innen übernehmen Verantwortung für ihr Handeln und setzen sich mit den Folgen der Tat auseinander. Tatbetroffene können ihre Ansprüche auf Wiedergutmachung geltend machen. Im gewaltfreien Dialog werden die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse benannt und eine einvernehmliche Vereinbarung erarbeitet.

Trotz vieler Vorteile für die Beteiligten und der rechtlichen Verankerung der RJ unter dem Begriff des Täter-Opfer-Ausgleichs, bleibt ein Hemmnis bislang ungelöst: Die Initiierung eines TOA ist stark vom Angebot überhaupt und von den persönlichen Kontakten der Vermittlungsstellen zu Polizei, Amts- und Staatsanwaltschaft und dem Gericht abhängig.

Ziel dieses Einführungsseminars ist daher die Vermittlung von Grundlagenwissen zur Restorative Justice und zum Täter-Opfer-Ausgleich in Deutschland, wobei sowohl Möglichkeiten als auch Grenzen aufgezeigt werden. Anhand eines konkreten Falls wird die praktische Durchführung einer Mediation in Strafsachen veranschaulicht. Auf Basis des erlangten Wissens werden dann wichtige Anknüpfungspunkte für das eigene Handlungsfeld erarbeitet, um die RJ in Deutschland langfristig stärker zu etablieren.

Termin: 10.02.2021, 10 Uhr bis 16 Uhr

Tagungsort: Hannover, Stephansstift ZEB

Seminarleitung: Christoph Willms, Dipl.-Sozialarbeiter mit Dipl. of advanced Studies in Criminology, Mediator in Strafsachen/Koordinator für Familien-Gruppen-Konferenzen, Assistenz der Leitung des Servicebüros für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung des DBH e. V., Köln | Hendrik Middelhof, Mediator in Strafsachen; lizenzierter Mediator und Ausbilder für Mediation im Bundesverband Mediation (BM), Aachen.

Inhalte:

  • Perspektiven und Bedürfnisse von Tatbetroffenen und Tatverantwortlichen
  • Reflexion von Chancen und Grenzen der Strafjustiz
  • Einführung in Philosophie und Theorie einer Restorative Justice
  • Restorative Justice und Mediation in Strafsachen und Qualitätssicherung in Deutschland
  • Gesetzliche Grundlagen des Täter-Opfer-Ausgleichs nach dem JGG
  • Jugend-TOA in der Praxis: Eignungskriterien und Phasen der Mediation in Strafsachen anhand eines Fallbeispiels
  • Anknüpfungspunkte und Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit von Jugendrichter*innen, Staatsanwält*innen, Fachkräften der Jugendhilfe und der Bewährungshilfe

Methoden: Impulsreferate, interaktives Referat, Falldarstellung, Informationsfilm, Interaktionen in kleinen Gruppen und Diskussionen im Plenum, Selbsterfahrungsübung

Zielgruppe: Jugendrichter*innen, Staatsanwält*innen, Fachkräfte von öffentlichen sowie freien Trägern der Jugend- und Bewährungshilfe

Teilnahmegebühr: EUR 160,- inkl. Verpflegung (EUR 130,- für DVJJ-Mitglieder)

Anmeldeschluss: 22.12.2020

Veranstaltungs-Nr.: V 21/01