Restorative Justice mit Jugendlichen – Täter-Opfer-Ausgleich im JGG | Online

21. Februar 2022

Datum der Veranstaltung:
21. Februar 2022

Veranstaltungsort:
Online

Anmeldeschluss:
14/01/2022

Teilnahmegebühr:
75 Euro für Nicht-Mitglieder | 55 Euro für DVJJ-Mitglieder

Veranstaltungsnummer:
V 22/04

Viele Straftaten führen zu Verletzungen von Menschen und Beziehungen. Angebote einer Restorative Justice (RJ) ermöglichen den Beteiligten, den in Zusammenhang mit der Straftat stehenden Konflikt und dessen Folgen selbstbestimmt zu klären. In der Mediation in Strafsachen, die weltweit gängigste RJ-Praktik, geschieht dies unter Einbeziehung von allparteilichen Vermittler*innen. Diese schaffen hier Raum für Begegnung, Dialog, Verbindung, Wiedergutmachung und vielleicht sogar auch Versöhnung zwischen den Beteiligten.

Die praktische Realisierung und normative Verankerung der RJ unter dem Begriff des Täter-Opfer-Ausgleichs (TOA) ins Kriminaljustizsystem gehört zu den wichtigsten kriminalpolitischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Gleichzeitig sind die Betroffenen auf die Mitwirkung von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht in Form von Fallzuweisung an die TOA-Vermittlungsstellen angewiesen.

Ziel dieses Einführungsseminars ist daher die Vermittlung von Grundlagenwissen zur Restorative Justice und zum TOA in Deutschland, wobei sowohl Möglichkeiten als auch etwaige Grenzen aufgezeigt werden.

Anhand eines konkreten Falls wird die praktische Durchführung einer Mediation in Strafsachen veranschaulicht, um wichtige Anknüpfungspunkte für das eigene Handlungsfeld aus der Veranstaltung mitnehmen zu können und die RJ in Deutschland langfristig stärker zu etablieren.

Besonders Augenmerk wird auch auf die Relevanz des TOA für die Arbeit von Richter*innen gelegt und dargestellt, wie sich dieser in richterliches Handeln bzw. gerichtliche Entscheidungsfindung einbetten lässt.

Inhalte:

  • Perspektiven und Bedürfnisse von Tatbetroffenen und Tatverantwortlichen
  • Restorative Justice, TOA und Mediation in Strafsachen in Deutschland sowie Reflexion von Chancen und Grenzen der Strafjustiz
  • Gesetzliche Grundlagen des Täter-Opfer-Ausgleichs nach dem JGG und Jugend-TOA in der Praxis: Eignungskriterien und Phasen der Mediation in Strafsachen anhand eines Fallbeispiels
  • Relevanz und Nutzen für Richter*innen
  • Anknüpfungspunkte und Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit von Jugendrichter*innen, Staatsanwält*innen, Fachkräften der Jugendhilfe und der Bewährungshilfe

Seminarleitung: Christoph Willms, Leitung des Servicebüros für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung des DBH e. V., Köln | Clivia von Dewitz, Jugendrichterin am Amtsgericht Pasewalk und Mediatorin | Hendrik Middelhof, Mediator in Strafsachen; lizenzierter Mediator und Ausbilder für Mediation im Bundesverband Mediation (BM), Aachen.

Zielgruppe: Jugendrichter*innen, Staatsanwält*innen, Fachkräfte von öffentlichen sowie freien Trägern der Jugend- und Bewährungshilfe

Methoden: Impulsreferate, interaktives Referat, Falldarstellung, Interaktionen in kleinen Gruppen und Diskussionen im Plenum